Neuer Anzeiger Sulgen

Sonntag, 5. September 2010

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Freitag, 2. Juli 2010 | Nr. 48

Talent alleine reicht nicht aus

Schönenberg. Scheinbar unaufhaltsam steigt Nico Stahlberg Sprosse um Sprosse auf der Karriereleiter empor. Der junge Ruderer aus Schönenberg gilt als eines der grössten Schweizer Talente. In den Schoss fallen die Erfolge aber auch ihm nicht.

Georg Stelzner

Nico Stahlberg trainiert regelmässig auf dem Bodensee vor Kreuzlingen.

Nico Stahlberg trainiert regelmässig auf dem Bodensee vor Kreuzlingen.

Das Wort Verschnaufpause scheint Nico Stahlberg nur vom Hörensagen zu kennen. Seit Monaten absolviert er Woche für Woche neun Trainingseinheiten à 90 Minuten. Im Wissen, dass Talent allein nicht ausreicht, um Siege feiern zu können, gönnt sich der 18-jährige Schönenberger selbst an den Wochenenden keine Ruhe. Und Nico Stahlberg möchte in seinem Sport, der längst zu seiner grössten Passion geworden ist, erfolgreich sein – nicht nur im nationalen, sondern auch im internationalen Vergleich. «Nur wenn ich einmal gar keine Lust verspüre, lasse ich ein Training aus, aber das ist ganz selten der Fall», betont der ehrgeizige Athlet, der dem Ruderclub Kreuzlingen angehört.

Von Luzern nach Brest

Am kommenden Wochenende bieten sich Nico Stahlberg zwei Gelegenheiten, seine Medaillen- und Trophäensammlung zu vergrössern. An den Schweizer Meisterschaften auf dem legendären Rotsee bei Luzern geht er in zwei Booten an den Start und rechnet sich dabei gute Chancen aus: «Im Achter, einer Renngemeinschaft der Ruderclubs Kreuzlingen und Schaffhausen, müsste es eigentlich zum Sieg reichen, und im Doppelzweier würde ich mich über einen Podestplatz freuen.» Das ganz grosse Saisonziel sind jedoch die U23-Weltmeisterschaften im weissrussischen Brest vom 22. bis 25.
Juli. Zusammen mit Michael Schmid (Seeclub Luzern), Samuel Annen (Seeclub Zug) und Jérémy Maillefer (Lau-sanne Sports Aviron) wird Nico Stahlberg im Schweizer Doppelvierer versuchen, den A-Final der sechs besten Boote zu erreichen. «Ob dieses Ziel realistisch ist, kann ich im Moment nicht einschätzen, da ich noch nicht genau weiss, welche Nationen mit welchen Leuten an den Start gehen werden», sagt Stahlberg zu den Erfolgsaussichten.
Die an den diesjährigen Regatten in Duisburg (Sieg) und München (Rang 12 bei der erstmaligen Weltcup-Teilnahme) erzielten Resultate stimmen ihn aber zuversichtlich. Wenn er nicht auf dem Bodensee an seiner Form feilt, trainiert Nico Stahlberg in Sarnen, wo sich der Stützpunkt des Schweizer Ruderverbandes befindet. Auch unmittelbar nach den nationalen Meisterschaften wird er sich dorthin begeben, steht als Vorbereitung auf die U23-WM doch ein dreiwöchiges Trainingslager auf dem Programm. «Dass ich Ende Juni meine berufliche Ausbildung habe abschliessen können, ist natürlich eine grosse Entlastung», sagt der junge Sportler zu seinem randvollen Terminkalender.

Der Traum von Olympia

Den heuer vollzogenen Wechsel von den Junioren zur U23-Kategorie schaffte Stahlberg mit Bravour. Die Leistungstests des Ruderverbandes haben gezeigt, dass er auch auf der letzten Stufe vor dem Übertritt zur Elite in der Schweiz der Beste ist. Und so sind es keineswegs Hirngespinste, wenn Nico Stahlberg immer öfter von einer Teilnahme an Olympischen Sommerspielen träumt.

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