Dienstag, 13. Juli 2010 | Nr. 51
Sulgen. An ihrem Abschiedsfest schlüpften die Schülerinnen und Schüler des Befang in die Rollen von Croupiers, Barkeeper und Showgirls. Sie verwandelten ihre Schule in ein schillernd buntes «Las Bevegas».
Hannelore Bruderer

Auftritt mit Sprechgesang vor imposanter Publikumskulisse.
Aauf dem Gelände der Sekundarschule Befang in Sulgen war es am Schulschlussfest fast so heiss wie in der Wüstenstadt Las Vegas. Das Motto des Schlussabends «Las Bevegas», eine Mischung aus Las Vegas und Befang, hätte also passender nicht sein können.
Anfängliches Zögern
Statt in protzige Casinos luden die Schulabgänger ihre Gäste unter freiem Himmel zum abendlichen Zocken ein. Beim Eingang zum Schulareal hatten die Besucher einige Scheine Spielgeld in Form von Befang-Dollars erhalten. Die zwei Pokertische und der Tisch, an dem Black Jack gespielt werden konnte, füllten sich anfangs jedoch nur zögerlich. Die Besucher beschäftigten sich erst einmal mit Vertrautem, sie stellten sich zum Hamburger- oder Mah-Meh-Fassen an oder holten sich an der Cocktail-Bar einen kühlen Drink.
Frisch gestärkt wagten sich die Festbesucher dann doch an die Spieltische und zum Dartwerfen. Auch in der Ecke für Schnelltrauungen fanden sich die ersten Paare ein. Mit einer Urkunde und Trauringen, welche die Schüler selbst gebas-telt hatten, verliessen sie bereits nach wenigen Minuten als Frischvermählte den Las-Bevegas-Hochzeitstempel.
«Auch ein bisschen traurig»
Für ihr Schulschlussfest hatten sich Schüler und Besucher fein gemacht. So auch Arbonda Ibrahimi, die fröhlich lachend ihr Abschiedsfest genoss. «Es sind so viele Besucher hier – Freunde und Verwandte – das freut mich riesig. Aber auch, dass wir so schönes Wetter haben.» Aber ein bisschen traurig sei sie auch, sagte sie. «Bald sehe ich viele meiner Kolleginnen und Kollegen nicht mehr so oft.»
Ähnlich sieht es Marsell Gjini: «Es ist schön, dass heute Abend nochmals alle Schülerinnen und Schüler der Abgangsklassen zusammensind und gemeinsam feiern können.» Seine Favoriten des Abends seien die Spiele und die Cocktail-Bar, verriet er noch schnell, bevor er zum nächsten Vergnügen eilte.
Um halb zehn versammelten sich Schüler und Besucher auf der grossen Treppe, die als Tribüne für den Showblock diente. Gefühlvolle Balladen dominierten zu Beginn die Bühnenshow. Sie stimmten die Zuschauer auf die darauffolgende Spielszene mit der Trauung zweier Paare ein. Als die Bräute zum Schluss ihre Blumensträusse in die Menge warfen, kam Bewegung in die jungen Frauen, die von der Treppe aus zugeschaut hatten. Mit Rap und Tanz ging es weiter vor der bezaubernden Kulisse der bewaldeten Hügel des AachThurLands.
Geschenk zum Abschied
Anschliessend wurden die Schüler offiziell verabschiedet. Schulpräsident Reto Koller wählte das Thema Glück für seine kurze Rede. Er verabschiedete auch die Lehrpersonen Olivia Ammann, Martin Zächa und Albert Vock und dankte ihnen für ihre Mitarbeit. Schulleiter Hannes Bär bat alle scheidenden Schülerinnen und Schüler zu sich herunter auf die Bühne.
Zum Abschied würden alle ein kleines Geschenk erhalten, erklärte er. Dann hielt er einen Schlüsselanhänger mit einem leuchtenden Ball hoch, der wie ein Chamäleon laufend seine Farben wechselte. «Der Ball ist bunt wie der Befang und soll euch, wo immer ihr seid, an eure Zeit hier und an unsere gemeinsamen Werte Respekt, Toleranz und Vertrauen erinnern.»
Mit Kaffee, Kuchen und einigen weiteren Spielrunden fand das Fest seinen Ausklang.
Neuer Anzeiger Sulgen - Steinackerstrasse 8 - 8583 Sulgen - redaktion@neueranzeiger.ch