Dienstag, 13. Juli 2010 | Nr. 51
Sulgen. Am Sonntag gab es beim Kirchgemeindehaus Sulgen eine Auktion der besonderen Art: Die Klöppel der Sulgener Kirchenglocken wurden versteigert. Alle fünf – zwischen 20 und 215 Kilo schwer – fanden einen Käufer.
Hugo Berger

Christof Stäheli (Mitte) unterhält sich mit interessierten Besuchern.
Was fängt man mit einem Klöppel an», diese Frage stellten sich die Besucher an der Klöppel-Auktion, welche am Sonntag im Anschluss an den Feriengottesdienst vor dem Kirchgemeindehaus stattfand. Christoph Stäheli von der Kirchenvorsteherschaft Sulgen und Auktionator Ernst Feller gaben Tipps: Man kann sie als Türklopfer verwenden, an einen Balken hängen, als Tischbein verwenden oder im Garten präsentieren.
Die Kleinen hat man lieber
Nur, so leicht lassen sich die Vorschläge nicht in die Tat umsetzen, wiegen die geschmiedeten Klöppel doch immerhin zwischen 20 und 215 Kilo. Trotzdem wurde vor allem bei den leichteren Exemplaren wacker geboten. «So macht es Freude», sagte Feller, als der Preis des 30 Kilo schweren und 90 Zentimeter langen Klöppels bei 650 Franken angelangt war. Etwas zurückhaltender fielen die Angebote für die Schwergewichte aus. «Das ist eine einmalige Gelegenheit, bis sie wieder einen Klöppel kaufen können, dauert es mindestens 30 Jahre», spornte Feller die Kauflust der Anwesenden an.
Erinnerungswert
Die 215 Kilo des grössten Eisenklöppels waren wohl den meisten Besuchern des Guten zu viel. Für das ausgediente Schwergewicht, übrigens mit 21 Jahren das mit Abstand jüngste Modell, gab es nur ein Angebot, das bei 450 Franken lag. Für die Käufer haben die Klöppel vor allem einen Erinnerungswert. «Den Gedanken, die Klöppel dem Alteisen zuzuführen, haben wir schnell verworfen. Es ist schön, dass diese nun in den Gärten der Umgebung wieder auftauchen», freute sich Kirchenpräsidentin Ursula Hotz, die sich selbst einen ersteigert hatte.
Der Erlös wird für die neu betriebene Läutautomatik und für die Ausstellung «Turmgeschichte» verwendet.
Wann hat ein Klöppel ausgedient? Der Klöppel schlägt beim Läuten unzählige Male an die Glocke, und zwar immer an der gleichen Stelle. Die Stelle verhärtet sich, was mit der Zeit dazu führt, dass sich der Klang verschlechtert und die Glocke beschädigt wird. (hub)
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