Freitag, 16. Juli 2010 | Nr. 52
Erlen. Die Aach ist vor gut einem Jahr von der Flurstrassenbrücke Stägwis abwärts saniert und ökologisch aufgewertet worden. Bis die ergriffenen Massnahmen aber voll greifen, dauert es noch einige Jahre.
Hannelore Bruderer

Die neuen Sträucher und Bäume werden durch einen Zaun geschützt.
In diesen heissen Tagen fliesst die Aach ruhig in ihrem schmalen Bett durch Erlens Felder. Noch sind aber auch letzte Spuren an den unteren Uferböschungen sichtbar, welche das Hochwasser während der starken Regenfälle im Juni hinterlassen hat.
Gegen Verlandung
Bei der Sanierung der örtlichen Gewässer gäbe es viele Aspekte und Interessen zu berücksichtigen, erklärt Werkhofleiter Peter Schmucki. Früher habe man das Bachbett breit, mit steilen Böschungen und, falls überhaupt, mit sehr nahe stehender Bepflanzung angelegt. «Bei dieser Gestaltungsart besteht die Gefahr, dass das Gewässer bei Niedrigwasser verlandet oder durch fehlende Beschattung zuwächst. Stehen die Beschattungsgehölze zu nah, werden sie bei Hochwasser schnell zum Hindernis. Dazu kommt, dass die Abflusskapazität im engen Bett beschränkt ist. Überläuft der Bach, überschwemmt er wertvolle Nutzflächen.» Zudem böte ein so eingedämmtes Gewässer kaum Lebensraum für Fische, Vögel und andere Kleintiere.
Jungpflanzen brauchen Zeit
Mit dem Einverständnis der Landbesitzer ist im Winter/Frühling 2009 die Böschungsoberkante der Aach in einem Bereich von rund 280 Metern Länge um etwa drei Meter zurückgenommen worden. Überbreite Bachbettpartien wurden durch den Einbau von Totholz-Weidewippen verschmälert. Im oberen Böschungsdrittel wurden verschiedene Junghölzer angepflanzt, die in einigen Jahren mit ihrem Schatten ein Zuwachsen des Bachbetts verhindern werden. Die Pflanzgruppen sind durch einfache Lattenzäune markiert und geschützt.
«Es braucht Geduld», sagt Schmucki, der mit seinem Team mit der Pflege der Neubepflanzung betraut ist. «Indem wir den Wuchs der Jungpflanzen im oberen Drittel begünstigen und die Sträucher, die zu nah am Wasser stehen, entsprechend zurückschneiden, nähern wir uns unserem Ziel jedes Jahr ein bisschen mehr.» Wie dieses Ziel aussieht, ist auf der anderen Seite der Flurstrassenbrücke zu sehen. Dieser Teil wurde vor gut zehn Jahren saniert und weist heute eine grosse Artenvielfalt auf.
Lebensraum für Kleintiere
Zwischen den neu angelegten Pflanzgruppen sind immer wieder freie Abstände auszumachen. Würde ein eigentlicher Wald den Bach säumen, hätte das Nachteile für die Landwirte bei den Öko-Ausgleichszahlungen, sagt Peter Schmucki. «In diesen Bereichen gibt es dann zwar etwas mehr Grasbewuchs im Bach. Das ist aber unproblematisch, im Gegenteil, dort bilden sich kleine Nischen, welche die Fische als Unterschlupf nutzen.»
Tatsächlich schwimmen in der Aach recht viele Fische. Bei näherem Hinschauen sieht man auch einige andere Tiere. Bunte Schmetterlinge haben hier ebenso ihren Lebensraum gefunden wie schillernde Libellen und flinke Eidechsen.
Gesamthaft wurden an der Aach und am Stägwisbächli 166 neue Pflanzen ausgebracht. Die Bäume und Sträucher unterscheiden sich von einander in Grösse und Wuchsform. Gepflanzt wurden unter anderem Schwarzerlen, Pfaffenhütchen, Schwarzer Hollunder, Geissblatt, Hainbuchen, Feldahorn und Korbweiden. (hab)
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