Neuer Anzeiger Sulgen

Sonntag, 5. September 2010

Artikel

Freitag, 30. Juli 2010 | Nr. 56

Amurnattern auf dem Kamelhof

Olmerswil. Der Kamelhof ist um eine Attraktion reicher. Die lange erwarteten Amurnattern sind eingetroffen. Bis sie ihre volle Grösse erreicht haben werden, vergehen jedoch noch einige Monate.

Arne Goebel

Neu auf dem Kamelhof: Ulli Runge mit den noch jungen Amurnattern.

Neu auf dem Kamelhof: Ulli Runge mit den noch jungen Amurnattern.

Die beiden Amurnatter-Weibchen liegen träge im zum Terrarium umgebauten Weichholzschrank unter der Wärmelampe. Sie bewegen sich erst, als Tierpfleger Ulli Runge vom Kamelhof sie anstupft. Sie beginnen zu züngeln. «Die Amurnattern sind zwar keine seltenen Schlangen, aber trotzdem schwer zu finden», sagt Runge. Über den Verein Terrarienfreunde Ostschweiz, in welchem er Mitglied ist, wurde er jedoch ganz in der Nähe fündig. Ein Reptilienhalter aus Schocherswil habe ihm die beiden Schlangen abgegeben. Beheimatet ist die Amurnatter, die bis zu 1,80 Meter Länge erreichen kann, in Teilen der Mongolei, Nordchina sowie auf der Koreanischen Halbinsel. «Wir haben uns für diese Art entschieden, weil sie aus einer Region stammt, in der zum Teil auch Trampeltiere heimisch sind», erklärt Runge. Zudem sei die Haltung der ungiftigen Amurnatter relativ einfach. Auch komme sie gut mit niedrigeren Temperaturen, wie sie im Basar des Kamelhofs auftreten, klar.

Angebot abrunden

Die Schlangen runden das Angebot an Wüstentieren im Kamelhof ab. Neben verschiedenen Terrarientieren bewohnt auch ein Langohrigel den Basar. Dieser macht Runge jedoch zu schaffen, weil er regelmässig sein Refugium verlässt, um auf die Jagd nach Insekten zu gehen. Dies habe zwar den Vorteil, dass der Wüstenbewohner mit Ungezifer «aufräumt», jedoch für die Besucher tagelang unsichtbar ist. «Mit den Wüstentieren möchten wir Besucher ansprechen, die nicht unbedingt auf einem Kamel reiten wollen oder können», sagt Ulli Runge. Dies werde von den Besuchern sehr geschätzt und mit Interesse aufgenommen, so sein Eindruck.

Schwierige Einfuhr

Die Amurnattern zeichnen sich durch ihre kräftige Musterung aus. «Wenn sie ausgewachsen sind, sind das sehr schöne Schlangen», sagt der Tierpfleger. Eigentlich hatte er mit Mandrinnattern geliebäugelt, die durch ihre gelborange-schwarze Musterung auffallen. Ein befreundeter Tierpfleger im Frankfurter Zoo züchtet die ebenfalls in China hemischen Mandarinnattern, doch der Aufwand, die Tiere in die Schweiz einzuführen, sei zu gross gewesen. Runge möchte jedoch nicht ganz ausschliessen, dass er zu einem späteren Zeitpunkt noch einen zweiten Anlauf wagt.

DRS 3-Sommertausch

Die derzeit als Aushilfe auf dem Kamelhof tätige Tierpflegerin Daria Singh hat im Rahmen des ersten DRS 3-Sommertauschs das Leben und Zuhause von Solarstromingenieur David Joss getauscht. Statt Solar-Panels auszumessen war er mit Kamelen unterwegs und mistete den Stall aus. Der dreitägigen Sommertausch war für den Berner «ein Abenteuer».

Verhaltener Start

Der Saisonstart im Kamelhof verlief verhalten, sagt Ulli Runge. Dies aufgrund des schlechten Wetters im Mai und Juni. Im trockenen und warmen Juli zogen die Besucherzahlen stark an. Doch dies ist nicht immer von Vorteil. «Manchmal kamen wir an unsere Grenzen», sagt Runge. Bereits ausgebucht ist der 1. August-Brunch auf dem Kamelhof.

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