Freitag, 23. Oktober 2026

Bürglen. Mit 15 Jahren stemmte Daniel Schiller im SUN Fitness in Bürglen seine ersten Gewichte. Später arbeitete er dort als Fitnesstrainer. Nun hat der Bürgler Schulpräsident das Fitnesscenter übernommen und sich damit einen lang gehegten Wunsch erfüllt.

Schon als 15-Jähriger trainierte Daniel Schiller im SUN Fitness. Wenig später stand er selbst hinter der Theke, mixte Eiweiss- und Powerdrinks und betreute die Mitglieder. Dass er eines Tages selbst die Verantwortung für das Fitnesscenter übernehmen würde, hätte er damals nicht gedacht. «Ich habe einfach gerne trainiert. Besonders gerne erinnere ich mich an den Kontakt mit den Mitgliedern und die Zusammenarbeit mit Stephan und dem Team», erzählt er.

Heute ist Schiller in Bürglen vor allem als Präsident der Volksschulgemeinde bekannt. Doch seine beruflichen Wurzeln liegen im Fitness- und Gesundheitsbereich. Und genau dorthin führt ihn nun ein neues Kapitel seines Lebens zurück: Seit dem 1. Oktober ist er Inhaber des Traditions-Gyms, das er von Stephan «James» Hodel übernommen hat.

Ein Wunsch, der lange reifte

Die Übernahme kam nicht ganz überraschend. Schon vor einigen Jahren hatten Schiller und Hodel darüber gesprochen. Damals standen für Daniel Schiller mit dem Schulpräsidium berufliche Veränderungen an, weshalb der Zeitpunkt nicht passte. Als sich die beiden vor rund fünf Monaten wieder trafen, brachte Hodel das Thema erneut zur Sprache. Er sei inzwischen im Pensionsalter und wolle das Fitnesscenter gerne in gute Hände übergeben. Diesmal war die Ausgangslage eine andere. «Es fühlte sich richtig an, und wir begannen gemeinsam, die Übernahme zu planen», erzählt Daniel Schiller. Damit konnte er sich einen Wunsch erfüllen, der nach seiner Ausbildung zum Fitnessinstruktor und der eidgenössischen Prüfung entstanden war.

Entscheidend war für ihn allerdings nicht allein die Aussicht auf die Selbstständigkeit. «Das SUN Fitness liegt mir persönlich am Herzen. Es ist nicht irgendein Fitnesscenter. Es gehört zu Bürglen und bedeutet vielen Menschen aus dem Dorf und der Umgebung etwas.» Diesen Ort weiterzuführen und seine Zukunft mitzugestalten, habe ihn letztlich überzeugt.

Die Verbindung zum Studio reicht weit über seine Jugendjahre hinaus. Von etwa 1999 bis 2012 arbeitete Schiller als Fitnessinstruktor im SUN Fitness. Während dieser Zeit verbrachte er auch eineinhalb Jahre als Sportanimateur in einem Wellnesshotel in Österreich. 2007 begann er neben seiner Tätigkeit als Fitnesstrainer, Massagen und Schmerzbehandlungen anzubieten. Dieser Bereich entwickelte sich so gut, dass er sich ab 2012 ganz auf seine Praxis konzentrierte. Dem SUN Fitness blieb er dennoch verbunden. Seine Praxis befindet sich bis heute in den Räumlichkeiten des Fitnesscenters, wo er über viele Jahre Untermieter war.

Praxis wird schliessen

Mit der Übernahme verändert sich nun auch sein beruflicher Alltag. Ende Oktober wird Schiller seine Praxistätigkeit beenden, um sich stärker der Führung des Fitnesscenters widmen zu können. Sein Amt als Schulpräsident führt er weiter.

Dass beide Aufgaben Zeit beanspruchen, ist ihm bewusst. Allerdings kann er auf ein eingespieltes Team zählen. Alle fünf bisherigen Mitarbeitenden bleiben dem SUN Fitness erhalten. Drei Trainer kümmern sich um die Betreuung der Mitglieder, einer von ihnen übernimmt zusätzlich administrative Aufgaben. Zwei weitere Mitarbeitende sind für die Reinigung zuständig.

«Mit dem Abschluss meiner Praxistätigkeit schaffe ich mir die nötige Zeit für die Führung des Studios», erklärt Schulpräsident Schiller. Der Oktober dient noch als Übergangsmonat. Ab November möchte er regelmässig selbst im Fitnesscenter anzutreffen sein und sich auch in der Mitgliederbetreuung engagieren.

Persönlich und unabhängig

Das SUN Fitness gibt es seit 1985. Es ist für viele Menschen mehr als ein Ort für sportliche Betätigung. Genau darin sieht Schiller seine besondere Stärke. «Man kennt sich, trainiert zusammen und kommt miteinander ins Gespräch. Daraus entstehen schöne Kontakte, die über das Training hinausgehen.» Ebenso wichtig sei ihm die persönliche Betreuung. Die Mitglieder sollen bei ihrem Training begleitet und beim Erreichen ihrer individuellen Ziele unterstützt werden. Diesen familiären Charakter möchte der neue Inhaber unbedingt erhalten. Gleichzeitig soll sich das Fitnesscenter weiterentwickeln. Unter anderem soll eine kostenlose Getränkestation eingerichtet werden, an der sich die Trainierenden mit Wasser oder einem Getränk mit Sirup erfrischen können. Weitere Schritte will Schiller gemeinsam mit seinem Team erarbeiten.

Wichtig ist ihm zudem die Eigenständigkeit des Studios. Während viele Fitnesscenter heute zu grossen Ketten gehören, soll das SUN Fitness weiterhin unabhängig bleiben.

Für Daniel Schiller schliesst sich damit ein Kreis. Und für das SUN Fitness beginnt nach mehr als 40 Jahren ein neues Kapitel.

Stefan Böker / red