Freitag, 18. September 2026

Kradolf-Schönenberg. Die Politische Gemeinde Kradolf-Schönenberg besteht seit dem 1. Januar 1996 in ihrer heutigen Form. Ein Zusammenschluss, der in den vergangenen drei Jahrzehnten geprägt wurde von engagierten Menschen, gemeinsamen Wegen und vielen besonderen Momenten. In diesen 30 Jahren ist bedeutsames entstanden, gewachsen und bewegt worden. Am vergangenen Wochenende fand dahingehend der Kunstanlass «Offene Ateliers» statt – mit durchschlagendem Erfolg.

Für besagtes 30-Jahr-Jubiläum hat die Gemeinde, unter Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern, das ganze Jahr hindurch unterschiedlichste Festivitäten, Aktivitäten und ein vielfältiges Programm zusammengestellt. So auch der Kunstanlass vom vergangenen Wochenende, der den vielen Besuchern äusserst gut gefallen hat.

Es war dahingehend auch die breite Vielfalt an Kunst, die dem Publikum aufgefallen ist. So meinte eine Besucherin aus Kradolf: «Es ist wirklich ein ganz spannender und entspannter Samstag. Wir geniessen es, von Atelier zu Atelier zu schlendern und einheimische Kunst zu entdecken.»

Der Neue Anzeiger besuchte drei Aussteller, wovon alle drei ins Schwärmen kommen. Etwa Profifotograf Andreas Gerber, der extra ein kleines Studio im Feuerwehrmuseum eingerichtet hatte. «Dieser Anlass ist eine hervorragende Idee und für uns eine tolle Gelegenheit, unser Wirken vorzustellen. Aber auch, dass wir Künstler uns untereinander kennenlernen durften, kann nur positiv bewertet werden», so Gerber, der sein Atelier in Sulgen betreibt.

Grossandrang in der Kraftzentrale

Auf dem Areal der Kraftzentrale in Schönenberg herrschte unentwegter Grossandrang. Jüngere und ältere Besucher erhofften sich, Kunst vom Feinsten zu erleben – und sie wurden nicht enttäuscht. Bei Sonja Schilling überzeugten Skulpturen, Lichtobjekte und fantasievolle Wesen von A bis Z. «Was andere übersehen, wird für mich zum Anfang einer neuen Geschichte», sagte die Upcycling-Künstlerin. Aus Metall, Naturmaterialien und Dingen mit einer Vergangenheit entstehen oft auch Werke, die zum Schmunzeln anregen. «Mir persönlich ist es wichtig, dass meine Skulpturen perfekt sind. Will heissen, absolut frei von Verletzungsgefahren, denn auch Kinder und Jugendliche dürfen und sollen meine Figuren bedenkenlos anfassen können.» Betreffend des Kunstanlasses findet auch sie nur lobende Worte. «Eine hervorragende Idee, uns Künstlern diese Plattform zu ermöglichen», so Schilling, die ihr Atelier in Schönholzerswilen betreibt.

Und dann wird es klangvoll

Nur wenige Meter neben Sonja Schillings Ausstellung wurde es «steinig-klangvoll». Bei Bildhauer Arthur Schneiter liessen sich zahlreiche Besucher inspirieren. Entschleunigung dank Klangsteinen, schien hier das Motto zu sein. In der Tat schafften es die wunderbar verarbeiteten Klangsteine, mit ihren Tönen die Seele eines jeden Besuchers zu streicheln. Künstler Arthur Schneiter, der auch Klangstein-Konzerte gibt, genoss das offene und unverbindliche Kennenlernen unterschiedlichster Menschen. «Der Kunstanlass ist definitiv eine tolle Sache», lobte er, während er den neugierigen Besuchern zeigte, wie man tiefgehende Töne aus den Klangobjekten zaubert.

Christoph Heer