Freitag, 5. Juni 2026

Sulgen. Am Mittwoch vergangener Woche erfolgte der symbolische Spatenstich für das grösste Bauprojekt in der Geschichte des Seniorenzentrums. Rund 80 Gäste und etliche Bewohnerinnen und Bewohner nahmen an diesem besonderen Moment teil.

Vom grossen Aufmarsch sichtlich erfreut zeigte sich Genossenschaftspräsident Dominik Schlumpf. «Das enorme Interesse ist überwältigend und zeigt uns, wie wichtig dieses Vorhaben für unsere Region ist», sagte er. Unter den Gästen befanden sich Gemeindepräsidenten und Gemeinde­rätinnen der umliegenden Gemeinden, Handwerker und Familienangehörige der Bewohnenden. Der Ort des symbolischen Spatenstichs war bewusst am oberen Eingang der Rebbergstrasse gewählt. Hier, auf dem Rasenplatz über der Tiefgarage, fahren Mitte Juni die Bagger auf. Bis Ende August wird ausgehoben, der Aushub wird über die Poststrasse abtransportiert. Dann beginnen die Baumeisterarbeiten. Insgesamt dauern Sanierung und Erweiterung des Seniorenzentrums fünf Jahre. Die Arbeiten sind in drei Etappen aufgeteilt und finden während des laufenden Betriebs statt.

Meilenstein gefeiert

«Heute feiern wir nicht einfach einen Baustart – heute feiern wir einen Meilenstein», verdeutlichte Genossenschaftspräsident Schlumpf. 1988 hat die Institution ihren Betrieb aufgenommen. Die Notwendigkeit, das Seniorenzentrum zu sanieren und zu erweitern, sei 2023 erkannt worden. Ausschlaggebend waren zwei zentrale Erkenntnisse: Die Pflegeabteilung müsse an heutige Anforderungen angepasst werden, so Schlumpf. «Andererseits ist der Bedarf an Pflegeplätzen in der Region stark gestiegen.» Nun wird die Anzahl der Pflegebetten von 20 auf 95 erhöht. Das Bauprojekt trägt den Namen «LebensRaum», weil das Seniorenzentrum auch in Zukunft älteren Menschen ein würdevolles Leben ermöglichen soll.

«Mit diesem Projekt schaffen wir mehr Lebensqualität für die Bewohnenden und bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden. Das schafft einen langfristigen Mehrwert für die gesamte Region», sagte der Genossenschaftspräsident. Dankbar zeigte er sich über den Baubewilligungsprozess, der schnell und professionell abgewickelt worden sei. Auch der Sulger Gemeindepräsident Andreas Opprecht überbrachte ein Grusswort. Die Annahme des neuen Baureglements durch die Stimmberechtigten vor sechs Jahren mache die Aufstockung möglich, ergänzte er. Andreas Opprecht sprach ebenfalls von einem Meilenstein für die gesamte Region und bat um Rücksicht und Nachsicht während der Bauzeit, die nicht nur für die Bewohnenden und die Mitarbeitenden eine Herausforderung werde. Auch Fussgänger und Autofahrer können nicht immer ihre gewohnten Wege nehmen können. «Aber letztendlich kommt das Projekt uns allen zugute», betonte er den besonderen Stellenwert des Sulger Seniorenzentrums.

Erste Etappe: 15 Monate

Architektin Yvette Schalch und der Präsident der Baukommission, Reinold Biefer, gaben im Anschluss Einblicke in die Baupläne. In der ersten Etappe wird der Zwischenbau realisiert, in dem im ersten Obergeschoss die Personalgarderoben, im zweiten Obergeschoss die Wäscherei, im dritten Obergeschoss die Personalaufenthalts- und Büroräume sowie im vierten und fünften Obergeschoss je ein Aktivierungsraum untergebracht sind. Für die Bauzeit dieses Erweiterungsbaus sind 15 Monate veranschlagt. Der Zugang erfolgt dann vom Pärkli aus; die bestehende Passerelle wird abgebrochen.

«In der zweiten Etappe setzen wir dem Seniorenzentrum eine Krone auf», sagte die Architektin. In der zweigeschossigen Aufstockung in Holzbauweise werden 26 Bewohnerzimmer und sechs Studios untergebracht. Die Bauzeit beträgt wieder 15 Monate. In der dritten und letzten Etappe werden die bestehenden Bewohnerzimmer vom ersten bis zum dritten Obergeschoss sukzessive saniert. «Wenn alles planmässig läuft, sind wir im Herbst 2031 fertig», kündigte Baukommissionspräsident Biefer an.

Im Anschluss an diesen aussergewöhnlichen Spatenstich waren die Gäste zu Getränken und einer Wurst vom Grill eingeladen und nutzten die Gelegenheit, sich mit den Verantwortlichen persönlich auszutauschen.

Stefan Böker