Freitag, 8. Mai 2026

Bürglen. Manchmal braucht es keine grossen Worte. Manchmal reicht ein gutes Bier, ein bisschen Mut und die Fähigkeit, Dinge einfach anders zu machen. Genau das hat die Barfuss Brauerei geschafft. Vergangene Woche wurde sie offiziell mit dem Thurgauer Tourismuspreis 2025 geehrt.

Ein bisschen überraschend ist es schon. Mit der Barfuss Brauerei gewinnt eine kleine Brauerei gegen mehrere «grosse Player» – mit Craftbier, Events und ziemlich viel Charme. Aber wer die Barfuss Brauerei kennt, weiss: Hier geht es nicht nur ums Hopfengetränk. Klar, das gibt es auch – literweise, handwerklich gebraut, mit Geschichten serviert und gerne kombiniert mit Häppchen. Aber eigentlich geht es ums Gesamtpaket. Degustationen, Führungen, Konzerte, Firmenessen, spontane Abende am Kanal. Ein Ort, an dem etwas läuft. Oder anders gesagt: ein Treffpunkt, kein reiner Produktionsbetrieb.

Konkurrenz war gross

Genau das scheint die Jury überzeugt zu haben. Gesucht waren nämlich Projekte mit Innovationsgeist, Qualität und Leidenschaft. Also nicht einfach «noch etwas», sondern etwas, das hängen bleibt. Die Konkurrenz war alles andere als schwach. Vom Weinweg bis zum Quellpark – lauter Angebote, die zeigen, was der Thurgau touristisch (und geniesserisch) alles kann. Und trotzdem setzte sich am Ende die Brauerei durch.

Vielleicht, weil sie genau das macht, was viele Menschen suchen. Im ehemaligen Stellwerk in Bürglen darf man sein, wie man will. Hier läuft es unkompliziert, ehrlich, ein bisschen speziell. Kein Hochglanz, sondern echtes Erlebnis. Hier bleibt man hängen. Und kommt wieder. Andererseits: Dass ausgerechnet eine Brauerei gewinnt, ist fast schon logisch. Denn Tourismus funktioniert nicht nur über Sehenswürdigkeiten, sondern über Emotionen. Und die entstehen nun mal oft dort, wo Menschen zusammenkommen. Wie zum Beispiel auf der Thurgauer Bier-Zugfahrt. Auch wieder so eine Idee, die barfuss entwickelt wurde und schnell flott an Fahrt aufnahm.

Und beim Zusammenkommen und Fahrtaufnehmen, da hilft ein gutes Bier ja bekanntlich sehr.

Stefan Böker