Freitag, 10. Juli 2026

Erlen. Was 2013 mit einer ersten Standortbestimmung begann, steht nun kurz vor dem Abschluss. Am 5. September öffnet die Schule Erlen ihre Türen für ein grosses Einweihungsfest und präsentiert zwei zukunftsweisende Gebäude.

Es ist ein grosser Moment für die gesamte Gemeinde. Wo vor über einem Jahrzehnt noch intensiv über mangelnde Tagesstrukturen und fehlenden Raum debattiert wurde, herrscht heute geschäftige Vorfreude. Die Volksschulgemeinde Erlen, die am östlichen Ortsrand sämtliche Zyklen der obligatorischen Schulzeit vereint, hat auf die steigenden Schülerzahlen reagiert. Am Samstag, 5. September, lädt die Schule von 10 bis 16 Uhr die gesamte Bevölkerung ein, das Ergebnis einer beispielhaften Zusammenarbeit zu feiern. Im Zentrum des Festes stehen zwei bauliche Highlights: das neu realisierte «Kreativhuus» und die unter Denkmalschutz sanierte alte Turnhalle, die feierlich auf den Namen «Erlehuus» getauft wird.

Ein Blick zurück ins Jahr 2013 zeigt, wie lang und fundiert der Weg zu diesem Erfolg war. Damals hielt ein politisches Papier fest, dass Angebote wie eine Kinderkrippe oder umfassende Tagesstrukturen auf der Strecke geblieben waren. Die Lehre daraus lautete: Schritt für Schritt vorgehen und die Kooperation zwischen politischer Gemeinde und Schule stärken. Der ehemalige Schulpräsident Heinz Leuenberger, der das Gross­projekt damals operativ aufgegleist hatte, blickt stolz auf diese Entwicklung zurück: «Nach 13 Jahren Zusammenarbeit zwischen politischer und Schulgemeinde stehen wir kurz vor dem Abschluss. Das Projekt ist nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch ein Schmuckstück. Seit dem Initialtreffen im Jahr 2013 funktioniert die Zusammenarbeit der Schulgemeinde und der politischen Gemeinde super und kumuliert sich in diesem Projekt, das nun finalisiert wurde. Damit genügt die Schule modernen und zeitgemässen Ansprüchen, bietet Platz für Kreativität und einen Ort, an dem sich die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen wohl fühlen können.»

Raum für die Erler Bevölkerung

Mit dem «Erlehuus» hat die alte Turnhalle an der Hauptstrasse eine Transformation erfahren. Da das Gebäude im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als Einzelobjekt aufgeführt ist, stand die Sanierung unter strengen denkmalpflegerischen Auflagen. Die historische Grundsubstanz blieb äusserlich erhalten, doch das Innenleben wurde völlig neu konzipiert. Herzstück ist ein moderner Holzkubus im Inneren, der die familienergänzende Betreuung beherbergt. Direkt darüber, im zweiten Stock, befindet sich der Platz für den Mittagstisch, ausgestattet mit einer professionellen Küche. Auch die Räume der Kita sind hier integriert. Das gesamte Untergeschoss steht künftig der offenen Jugendarbeit mit einem eigenen Jugendtreff zur Verfügung. Dank separater Eingangsbereiche kommen sich die verschiedenen Nutzergruppen nicht in die Quere.

Zudem öffnet sich das Haus ab dem Jahr 2027 für alle: Vereine und Privatpersonen können die Räumlichkeiten zu einer moderaten Gebührenordnung mieten. Auch in Sachen Nachhaltigkeit setzt das Gebäude Massstäbe. Beheizt wird das «Erlehuus» über eine moderne Erdsondenanlage – komplett ohne fossile Brennstoffe. Gemeindepräsident Thomas Bosshard betont die historische Dimension und den Nutzen dieses Generationenprojekts für das gesamte Dorf: «2013 wurden mehrere Aufträge erfasst, von denen nun einige vor dem Abschluss stehen. Sowohl das Erlehuus als auch das Kreativhuus sind optisch hervorragend aufs Schulareal abgestimmt und verbinden Funktionalität mit modernsten Ansprüchen an die Schule. Während Ersteres vor allem ein Haus für die Erlerinnen und Erler ist, bietet Letzteres unseren Schülerinnen und Schülern mannigfaltige Möglichkeiten, sich auszuprobieren, kreativ zu sein und Neues zu entdecken.»

Ein Ort für moderne Kreativität

Nur wenige Schritte weiter steht das neu errichtete «Kreativhuus». Der Neubau löst ein langes Raumproblem der Schule, da Werk- und Zeichenräume bisher dezentral in verschiedenen Gebäuden verstreut waren. Nun ist ein Innovationszentrum für den Unterricht entstanden. Das Gebäude beherbergt eine Holz- und Metallwerkstatt, Räume für textiles und bildnerisches Gestalten sowie modernste Maschinen. Ein absolutes Highlight für die Schülerinnen und Schüler dürfte das neue Filmstudio sowie der integrierte Makerspace sein. Auch die Schulbibliothek hat im Kreativhuus ein neues, zeitgemässes Zuhause gefunden.

Für den aktuellen Schulpräsidenten Pablo Hirsbrunner verkörpert das vollendete Werk die vielversprechende Zukunft der gesamten Gemeinde: «Die Schulanlage ist die Perle von Erlen. Sie ist eine zentrale Begegnungszone und bietet sowohl für kleinere als auch grössere Veranstaltungen Platz. Die wunderschöne und stufengerecht gestaltete Schule bietet alles an einem Ort – vom Kindergarten bis zur Oberstufe.»

Am 5. September wird dieser neue, lebendige Lebensraum feierlich eingeweiht.

Benjamin Schmid