30. Oktober 2026
Sulgen. Im Hinblick auf die Gesamt-erneuerungswahl des Gemeinderates am 29. November lud die Interpartei am Dienstagabend zu einem von Adreas Notter moderierten Podium in den Auholzsaal ein.
Das Sulger Wahlkarussell dreht sich. Darauf Platz genommen haben sechs Männer und eine Frau und damit genau so viele Personen, wie Sitze zu vergeben sind. Das Interesse am Wahlpodium hielt sich in Grenzen, was der unspektakulären Ausgangslage geschuldet sein dürfte. Sechs der bisherigen Mitglieder (inklusive des Gemeindepräsidenten) wollen wiedergewählt werden. Auf eine erneute Kandidatur verzichtet einzig Michael Mannale (Ressort Umwelt und Entsorgung). Für ihn schickt die SVP den 27-jährigen Lukas Harder ins Rennen. Weitere Kandidaturen sind weiterhin möglich.
Kandidierenden-Vorstellung
Bevor die Kandierenden die Fragen von Andreas Notter beantworteten, erhielten sie Gelegenheit, sich vorzustellen. Gemeindepräsident Andreas Opprecht (FDP, seit 2012 im Amt) bezeichnete sich als «Ur-Sulger» und betont, dass er seine Funktion nach wie vor gern ausübe. Es gebe immer wieder interessante neue Herausforderungen. Patrick Betschen (FDP, seit 2025) möchte, dass sich Jung und Alt in der Gemeinde wohlfühlen. Er betonte die Wichtigkeit, vorausschauend zu handeln. Jürg Bruggmann (Mitte, seit 2025) möchte sich trotz Erreichen des Pensionsalters weitere vier Jahre für die Gemeinde einsetzen und dabei seine reiche Erfahrung im Sozialwesen einbringen. Maja Brühlmann Zwahlen (SVP, seit 2016), die einzige Frau in der Sulger Exekutive, begründete ihre Kandidatur mit der Freude am Organisieren. Wichtig ist ihr das Miteinander.
Das «Wir-Gefühl»
Urs Hartmann (parteilos, seit 2023) erachtet es als essenziell, als Gemeinderat ein offenes Ohr zu haben, pragmatische Lösungen anzustreben und Projekte mit Weitsicht umzusetzen. Werner Herrmann (FDP, seit 1999) hob das «Wir-Gefühl» im Gemeinderat hervor, auch wenn man nicht immer gleicher Meinung sei. Das am längsten amtierende Exekutivmitglied findet es spannend, in der Gemeinde immer wieder Neues kennenzulernen. Lukas Harder (SVP, neu) ist 27 Jahre alt, wohnt in Hessenreuti und ist als Treuhänder tätig. Er möchte die junge Generation vertreten und sich für ein besseres Freizeitangebot in der Gemeinde einsetzen. Sulgen solle für alle Generationen attraktiv sein. In der Fragerunde kamen sowohl allgemeine als auch spezifische Themen zur Sprache. Gemeindepräsident Opprecht erklärte, dass gewisse Dinge wiederkehrend und damit einfacher seien, es aber auch Aufgaben gebe, die man im Laufe der Zeit differenzierter angehen müsse. Bruggmann (Ressort Soziales) sprach in Bezug auf die Abwägung, ob eine Leistung gewährt werden kann oder nicht, von einer «stetigen Gratwanderung». Wichtig sei es, sich Zeit zu nehmen und Entscheidungen zu erklären. Brühlmann Zwahlen (Ressort Kultur, Freizeit und Friedhof) und Hartmann (Ressort Jugend und Familie) waren sich einig, dass das Interesse an der Politik schon im Elternhaus geweckt werden muss. Für Betschen (Ressort Sicherheit) ist die bisherige Zugehörigkeit zum Gemeinderat eine Lernphase, in der er seine Erfahrung im Feuerwehrwesen habe einbringen können. Harder möchte erreichen, dass junge Leute langfristig in Sulgen Wohnsitz nehmen. Dazu müsse die Attraktivität der Gemeinde weiter gesteigert werden. Auch Herrmann (Ressort Strassen und Liegenschaften) plädierte dafür, die junge Generation vermehrt in die Entwicklung Sulgens einzubinden. Es sei wichtig, dass im Gemeinderat alle Generationen vertreten sind. Abschliessend kamen aktuelle Themen aufs Tapet. Zum starken Wachstum Sulgens meinte der Gemeindepräsident, dass man in den nächsten Jahren mit der Bevölkerung diverse Verkehrsfragen diskutieren werde. Hinsichtlich kommunaler Zusammenschlüsse meinte Opprecht, dass Gemeindefusionen «technisch schwierig» seien, Sulgen aber für sinnvolle Kooperationen bereit sei. Bezüglich des geplanten Aussichtsturms räumt Herrmann ein, dass die Frage eines für alle akzeptablen Standorts unterschätzt worden sei. Letztlich werde die Entscheidung bei den Stimmbürgern liegen.
«Guet gmetzget»
Nach wenig mehr als einer Stunde war die Veranstaltung zu Ende. Über den Erkenntnisgewinn lässt sich streiten. Die sieben Kandidierenden haben sich ausnahmslos «guet gmetzget», wie es der Präsident der Interpartei, Joos Bernhard, formulierte, und so wäre es eine grosse Überraschung, wenn im Gemeinderat Sulgen in der nächsten Legislatur eine Person Einsitz nehmen würde, die am Wahlpodium nicht teilgenommen hat.
Georg Stelzner
