30. Oktober 2026
Sulgen. Der Jodelclub Klein Rigi Schönenberg-Kradolf darf auf 75 erfolgreiche Jahre zurückblicken. Gefeiert wurde der grosse Geburtstag am Samstag mit vielen Gästen im Auholzsaal in Sulgen. Für Begeisterung sorgten auch die Auftritte des Gastchors Jodelchörli Gais.
Ein Mann lacht und sagt: «Mit dem Jubiläumsmenü haben wir bestens gespiesen, jetzt können sie beginnen.» Schon stehen auch die Sängerinnen und Sänger des Jodelclubs Klein Rigi auf der Bühne im Auholzsaal. Sie wollen mit dem zahlreich erschienenen Publikum gemeinsam den 75. Geburtstag feiern.
Ein Jubiläum, das nicht selbstverständlich ist. Auch beim Jodelclub gab es Höhen und Tiefen. Doch jetzt ist er mit 17 Männern und sechs Frauen sehr gut aufgestellt. «Ein guter Ton ist wichtig, aber ebenso ein frohes Herz», bringt es Vorstandsmitglied Dominik Huwiler auf den Punkt. Er darf auch einen weitgereisten Gast begrüssen. Das ehemalige Chormitglied Hansueli Habegger ist am Vortag aus Kanada angereist.
Sie beherrschen den guten Ton
Dass sie den guten Ton bestens beherrschen, beweisen die Sängerinnen und Sänger gleich darauf mit einem ersten Lied aus den Anfangszeiten des Chors. Schon steht mit Jörg Burkhalter, Präsident des Nordostschweizer Jodlerverbandes, der erste Festredner auf der Bühne.
Er überbringt viele Glückwünsche. Burkhalter betont, dass ein solches Jubiläum nur gefeiert werden könne, weil Menschen mit viel Herzblut dahinterstünden. «Unzählige Proben, Auftritte, Feste – sie singen miteinander. Aber nicht nur. Sie leben auch miteinander. Diese Kameradschaft ist das Fundament.»
Stolze Grussworte des Gemeindepräsidenten
Noch vor dem nächsten Liederbeitrag sorgt Moderator Christoph (Stöff) Sutter mit seinen Versen für viele Lacher. Dann geht es weiter mit den Liedern «Sternenwirt» und «Daheim». Sichtlich stolz auf den heimischen Chor zeigt sich Heinz Keller, Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg, in seinen Grussworten. Dem Jodelclub gelinge es, Traditionen zu bewahren, aber auch jüngere Menschen zu begeistern und diese Begeisterung in die Welt hinauszutragen. Dies sei ein wichtiger Gegenpol zur digitalen Welt. «Echte Stimmen, echte Freude – vielleicht sollten Politiker auch mal eine Jodelprobe besuchen. Sie sollten nicht nur laut sein, sondern auch den richtigen Ton finden.»
Jodler treten in Bern auf
Seine Verbundenheit mit dem Jodelclub Klein Rigi betont auch Ständerat Jakob Stark in seinen Grussworten. Dreimal habe der Chor an einer Wahlfeier für ihn gesungen: bei der Wahl zum Gemeindepräsidenten, als er Regierungs-rat wurde und schliesslich auch bei der Wahl zum Ständerat. Nun wolle er den Jodelclub ins Bundeshaus einladen. Im ehrwürdigen Kuppelsaal sollen einige Lieder gesungen werden, um zum Schluss das «Thurgauer Lied» gemeinsam anzustimmen. Ein Geschenk erhält der Jodelclub auch von Regierungsrat Walter Schönholzer, der spontan seinen Thurgauer Pin von der Jacke löst und dem Chor übergibt. Dies mit der Bitte, man möge den Pin bei diesem Auftritt tragen.
Mit seinen Liedbeiträgen weiss der Jodelclub Klein Rigi unter der Leitung von Anita Sturzenegger das Publikum vollends zu begeistern. Ebenso sorgen die Gastsänger vom Jodelchörli Gais für «Hühnerhaut-Momente». Sie lassen sich beim «Schällezäuerli» von zwei Schellen begleiten oder lassen die Münze beim «Beckizäuerli» in den Schüsseln kreisen. Eine Uraufführung hat der Jodelclub Klein Rigi noch mit im Gepäck. Eigens für die Geburtstagsfeier hat Anita Sturzenegger den «Jubiläumsjutz» komponiert.
Gesang verbindet
Für einen krönenden Abschluss des Abends bitten die beiden Chöre auch alle singfreudigen Gäste auf die Bühne. Diese lassen sich nicht lange bitten. So ist die Bühne beim grossen Finale mehr als gut gefüllt. Gemeinsam wird das Lied «Kamerade wömer sii» angestimmt und als letzte Zugabe folgt noch das Lied «Dahäm». Eines wird gerade auch in diesem Moment deutlich: Gesang verbindet Regionen, aber auch Generationen.
Maya Mussilier
