Freitag, 30. Januar 2026

Bürglen. Bald ist es wieder so weit: Am Fasnachtswochenende vom 20. bis 22. Februar steht Bürglen Kopf. Dieses Jahr gibt es einige Neuerungen beim Traditionsanlass. Diese Neuerungen sind nur teilweise aus der Not geboren. Die Verantwortlichen wollen zurück zu den Wurzeln, zurück zu ausgelassenem Feiern.

Der Bürgler Ober-Fasnächtler Walter Strasser blickt voller Vorfreude auf das närrische Wochenende. «Ich bin sehr zuversichtlich, dass unser Plan aufgeht», sagt er mit einem Schmunzeln. Der Plan, das ist die Verlegung der Saalfasnacht am Samstagabend von der Mehrzweckhalle in den Saal beim Werkhof. Kleiner wird es, enger wird es, und wahrscheinlich wird das der Stimmung enorm gut tun. «Ich erinnere mich gern an früher, als wir auf dem SUN-Areal feierten», sagt der Präsident der Fasnachtsgesellschaft Schlosshüüler. «Das war immer proppenvoll.» Die SUN-Kantine fasste etwa 100 Plätze. 120 Plätze hat es nun im Werkhof-Saal. Und wenn die Party danach in der Feuerwehrbeiz weitergeht, ist mit etwas über 100 Personen ebenfalls ordentlich was los. Walter Strasser bringt es auf den Punkt: «Im Keller ist so etwas mega lässig. Mit 100 Personen in der Mehrzeckhalle hingegen wirkt es, als ob die Halle leer wäre.»

Vor etwa 15 Jahren feierte man zuletzt auf dem SUN-Areal. In der Zwischenzeit wurde die Saalfasnacht mit Schnitzlete und Maskenball in der MZH zu einem der Höhepunkte der Bürgler Fasnacht. Doch seit dem Corona-Break habe der Ansturm abgenommen. «Dann muss man handeln», sagt der einstige Gründer der Bürgler Fasnacht und heutiges Ehrenmitglied. «Ausserdem wussten wir nicht, ob die Schule schon baut.» Darum beantragte er früh, die Route des Sonntagsumzugs zu ändern – dieser endet neu am Werkhof, dort ist auch der Kindermaskenball – und fragte nach einer möglichen neuen Location für den Samstag. Statt Schnitzlete heisst es nun Metzgete, aufgetischt wird dementsprechend ein Schlachtteller – auch das eine Reminiszenz an vergangene Jahre. Neu ist übrigens auch, dass am Sonntag ein Gugge-Gottesdienst in der evangelischen Kirche stattfindet. Mit dabei sind die Aachtalschränzer aus Erlen.

Auf der praktischen Seite bedeuten die Änderungen weniger Aufwand. Für die MZH mussten die Schlosshüüler stets Miete berappen und eine Security anstellen. Zudem benötigte es etliche Helferinnen und Helfer. Die neue Location stellt die Gemeinde gratis zur Verfügung. Eine Bühne braucht es gar nicht. Und indem sie den Werkhof zum neuen Epizentrum der Fasnacht erklären, können die Fasnächtler die Infrastruktur nutzen, welche der Feuerwehrverein sowieso aufbaut.

Apropos Feuerwehrverein: Dessen Mitglieder befinden sich momentan im Endspurt ihrer Vorbereitungen. Die Bar ist schon fast fertig und der Bau des Wagens, mit dem der Verein auch in Weinfelden unterwegs ist, befindet sich in den letzten Zügen, wie Reto Tanner berichtet. «Beim Sujet orientieren wir uns am diesjährigen Fasnachts-Motto ‹Bürgle suecht än Superheld›.»

«Bürgle suecht än Superheld»

Reto Tanner ist beim Feuerwehrverein für die Organisation der Beizenfasnacht zuständig. Mit ihr startet die Fasnacht am Freitag und wieder sind etliche Lokale im Dorf mit dabei. «Unsere Bar hat erstmals am Freitag und Samstag geöffnet», kündigt Reto Tanner an. Seit 2019 ist die Feuerwehrbar Teil der Beizenfasnacht und hat sich seitdem zu einem tragenden Pfeiler mit stetig wachsenden Publikumszahlen entwickelt. «Wer am Freitag um die Häuser zieht, landet mit Sicherheit bei uns», freut er sich. Auch in Fragen der Sicherheit konnte der Feuerwehrverein sein Know-how einbringen. Der Brandschutz sei statt von der Gemeinde vom Kanton abgenommen worden und habe gegenüber früherer Jahre verschärfte Vorgaben gehabt, so der Bürgler Feuerwehrmann. Unter anderem sei ein zweiter Fluchtweg aus dem Keller geschaffen sowie die Beleuchtung verbessert worden.

Einer ausgelassenen Bürgler Fasnacht steht also nichts mehr im Wege – und neben dem ganzen Spass ist der Erhalt dieser schönen Tradition ein Zweck der ganzen Anstrengungen, bekräftigen Walter Strasser und Reto Tanner gemeinsam.

Details und weitere Informationen in unserer Fasnachtsbeilage am 12. Februar

Stefan Böker