Freitag, 31. Juli 2020
Sulgen. Am Montag nimmt die Firma Schnider AG ihr neues Entsorgungs-center in Sulgen in Betrieb. Das neue Werk wird in der Startphase als Sortierwerk betrieben, später soll es auch anlagenmässig aufgestockt werden.
Drei Tage vor der Eröffnung ist es noch still und leer im neuen Recycling- und Entsorgungscenter der Firma Schnider an der Bädlistrasse 103. Das wird sich am Montag ab 7 Uhr ändern, wenn die ersten Anlieferungen eintreffen. «Wir hatten einen speziellen Event zur Eröffnung geplant, diesen Plan dann aber aufgrund der Empfehlungen zur Bekämpfung der Coronapandemie fallen gelassen», sagt der Geschäftsführer Reto Schnider.
Die Schnider AG hat ihr Domizil im sanktgallischen Engelburg. Zusammen mit den Standorten Herisau und Sulgen ist Schnider in einem Grossteil der Ostschweiz präsent. Das Entsorgungscenter Sulgen will die Firma Schnider je nach Bedarf sukzessive ausbauen. Zum Start sind drei neue Stellen geschaffen worden. Das Team wird vorerst von den Mitarbeitern in Engelburg unterstützt.Von der Planung bis zur Fertigstellung des neuen Entsorgungscenters in Sulgen sind fast fünf Jahre verstrichen. Das sei in der Branche nicht unüblich, erklärt Reto Schnider. «Die Behörden haben unser Projekt gut unterstützt, wenn es zu kleineren Verzögerungen kam, so lag das uns.» Dass den Dienstleistern im Bereich Abfallentsorgung und Recycling bei Neubauten hohe Auflagen gemacht und in den Betrieben regelmässig Audits durchgeführt werden, begrüsst er. So steige der Standard in der ganzen Branche, ist er überzeugt. Die Kundschaft ist bei der Schnider AG in die Segmente Gewerbe, Industrie, Bau und Private aufgeteilt. «Im Thurgau haben wir bereits einige Grosskunden aus Gewerbe und Industrie. Mit dem neuen Standort wollen wir unsere Tätigkeit in einem weiteren Umkreis ausbauen», sagt Schnider. Mit dem Center in Sulgen würden auch Transportwege verkürzt, was aus ökologischer und ökonomischer Sicht Sinn mache.
Durchdachtes Konzept
Beim Sulger Entsorgungscenter befinden sich ausserhalb des eingezäunten Werkgeländes frei zugänglich verschiedene Stationen für alle Güter, die kostenlos entsorgt werden können. Eine Ausnahme bildet der Elektroschrott. Als Grund nennt der Geschäftsführer: «Oft wissen die Nutzer nicht, wie sie alle Daten auf ihren elektronischen Geräten löschen können, bevor sie sie entsorgen. Um Missbrauch zu vermeiden, wird der Elektroschrott bei uns deshalb nicht an einem öffentlich zugänglichen Ort gesammelt.» Der Weg zur Entsorgung des Elektroschrotts sowie aller kostenpflichtigen Materialien führt über die Pförtneranlage und die Waage. In der neuen Halle werden die Wertstoffe professionell sortiert und gelagert bis eine optimale Transportmenge erreicht ist. Dann werden sie in die entsprechenden Recyclingbetriebe überführt. Einige Wertstoffe bereitet die Schnider AG in ihrem Werk in Engelburg selber auf. So entsteht aus Altholz Heizmaterial, pro Stunde werden rund 20 Tonnen produziert. Andere Materialien wie zum Beispiel PET wird für den platzsparenden Transport in Ballen gepresst und Recyclingfirmen zugeführt, die sich in diesem Bereich spezialisiert haben. «Wenn immer möglich setzen wir die gesammelten Rohstoffe in der Schweiz ab, um sie dem Verwertungskeislauf zuzuführen. Dies ist aber nicht immer möglich, da es für einige Bereiche keine einheimische Industrie gibt», bedauert Schnider.
Lösungswege aufzeigen
Die Entsorgungsfirmen bewegen sich in einem dynamischen Umfeld. «Es kommen laufend neue Güter auf den Markt. Unsere Aufgabe ist es, unseren Kunden für jedes Produkt eine passende Entsorgungslösung anzubieten», erklärt der Recyclingfachmann. Mit ihrem modernen Maschinenpark, 38 Fahrzeugen und rund 1500 Behältern in diversen Grössen und für verschiedene Anwendungen ist die Schnider AG gut aufgestellt. Dies ermöglicht ihr, auf die individuellen Bedürfnisse ihrer Kunden ausgerichtete Entsorgungskonzepte zu erarbeiten.
Hannelore Bruderer
