Freitag, 25. September 2026
Sulgen. Der Bring- und Holtag in Sulgen findet kommende Woche bereits zum zweiten Mal statt. Initiant Stephan Kurth erklärt im Interview, weshalb er sich gegen die Wegwerfmentalität engagiert, was ihn persönlich motiviert und was mit übrig gebliebenen Gegenständen geschieht.
Stephan Kurth, wie kam es dazu, dass Sie den Bring- und Holtag in Sulgen ins Leben gerufen haben?
Ich habe solche Anlässe in anderen Gemeinden gesehen und fand die Idee sinnvoll. Auf meine Anfrage hin teilte mir die Gemeinde Sulgen mit, dass ich einen solchen Anlass selbst auf die Beine stellen könne. Also habe ich die Initiative ergriffen.
Was ist die Idee hinter dem Bring- und Holtag?
Mir ist es wichtig, der Wegwerfmentalität entgegenzuwirken, wo immer dies möglich ist. Als junger Mensch wäre ich froh gewesen, bei der Einrichtung meines ersten eigenen Haushalts auf gut erhaltene, kostenlose Gegenstände zurückgreifen zu können. Genau diese Möglichkeit soll der Bring- und Holtag bieten.
Der Anlass findet bereits zum zweiten Mal statt. Was motiviert Sie, dafür Zeit und Arbeit zu investieren?
Ich finde, es ist ein cooler Anlass. Besonders gefallen mir der Austausch mit den Menschen und die Geschichten hinter den Gegenständen, die sie mitbringen. Die Organisation erfordert nicht nur Zeit und Arbeit, sondern auch Geld und ausreichend Platz. Trotzdem ist es eine gute Sache und eine Möglichkeit, der Gemeinde und den Menschen hier etwas Gutes zu tun.
Was geschieht mit Gegenständen, die am Ende niemand mitnimmt?
Ich kenne private Brockenhäuser in der Region, die einen Teil der Gegenstände übernehmen werden. Was danach übrig bleibt und meiner Meinung nach noch einen Wert hat, kann ich bis zu einem gewissen Grad bei mir einlagern – möglicherweise für den nächsten Bring- und Holtag in Sulgen. Alles, wofür kein Platz mehr vorhanden ist, muss ich auf eigene Kosten entsorgen.
Soll der Bring- und Holtag künftig zu einem festen Anlass in Sulgen werden?
Das lasse ich offen. Wenn der Anlass positiv verläuft und ich gute Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalte, kann ich mir eine Fortsetzung durchaus vorstellen.
Interview: Stefan Böker
