Freitag, 8. Mai 2026
Andwil/Bürglen/Istighofen. Am vergangenen Wochenende öffneten zahlreiche Kunstschaffende ihre Ateliers. Das führte zu vielen anregenden Begegnungen – ein Erlebnis nicht nur für Kunstinteressierte, sondern auch für die Künstlerinnen und Künstler selbst.
Kunst allen Bevölkerungsgruppen möglichst leicht zugänglich zu machen, am besten direkt vor Ort, dort wo die Künstlerinnen und Künstler wirken und arbeiten – das ist das Ziel des Atelier-Wochenendes in der Region Mittelthurgau, das heuer erst zum zweiten Mal stattfand und vom Verein Kulturpool Mittelthurgau organisiert wird.
Einen Blick hinter die Kulissen durften die Gäste bei Brigitte Schneider in Istighofen werfen. Neben verschiedenen Skulpturen gab es auch eine Auswahl an Malereien zu entdecken. Dabei standen weniger die fachlichen Details im Vordergrund als vielmehr das gemeinsame Betrachten und Verweilen. In entspannter Runde bei einer warmen Suppe und einem Glas Wein entwickelten sich viele gute Gespräche – mal tiefgründig, mal einfach nur fröhlich. «Der persönliche Austausch mit den Gästen ist mir eine riesige Freude!», sagte die Künstlerin, die als Bildhauerin mit verschiedenen Materialien wie Stein, Ton, Gips, Beton und vielem mehr arbeitet, an diesem Wochenende aber vor allem als Gastgeberin auftrat.
Die Freude am Kontakt mit den Gästen sowie anderen Kunstschaffenden war auch beim Besuch auf dem Hof von Caroline Brühlmann deutlich zu spüren. Die Dekorationsgestalterin liebt es, mit Naturmaterialien stimmungsvolle Arrangements zu inszenieren oder schöne Alltagsobjekte zu gestalten. Ihr Atelier war zum ersten Mal Teil des Events und Caroline Brühlmann nutzte die Gelegenheit, ebenfalls Werke von befreundeten Kunstschaffenden zu zeigen.
Holz und Fabeltiere
Mit dabei war Martin Kreis aus Kümmertshausen, der künstlerische und praktische Gegenstände aus Holz drechselt. Mit massiven Holzklötzen arbeitet Mario Moser aus Opfershofen, der wortwörtlich die Spähne fliegen liess, als er vor Ort mit der Motorsäge Tierskulpturen schnitzte. Illustratorin Jaqueline Senn aus Birwinken, bekannt unter anderem vom Fabelweg, präsentierte ihre märchenhaften Bilderwelten voller Fantasie und Ausdruckskraft. Kurzfristig stellte auch Kathrin Bigler aus Felben-Wellhausen ihre Bilder aus. Am Abend trafen sich die Beteiligten bei Caroline Brühlmann zu einem gemeinsamen «Kunst-Znacht». Menschen zusammenbringen macht ihr einfach Spass, wie sie übrigens jeden zweiten Mittwoch im Monat von 19 bis 22 Uhr mit ihrer Kreativ-Werkstatt beweist.
Etwas versteckter hingegen war der Schaffensort des Weinfelder Malers Andreas Junghans in Bürglen. Lediglich ein verblichenes Schild an der Tür des Gebäudes 2v auf dem SUN-Areal wies auf sein Atelier hin. Dafür lohnte sich der Besuch sehr, denn Andreas Junghans malt seit 40 Jahren. In seinem überbordenden Atelier liessen sich eine Vielzahl aktueller wie früherer Werke bestaunen sowie tausend Dinge, die ihn zu seinen Bildern inspirieren.
Fazit: Ein gelungenes Wochenende mit vielen Begegnungen, das hoffentlich wieder stattfindet.
Stefan Böker
