Freitag, 14. Mai 2021
Erlen. Die Ausgaben aller Schulstufen der Schule Erlen sind deutlich unter dem Budget geblieben. Zusammen mit den unerwartet hohen Erträgen aus der Grundstücksgewinnsteuer resultiert in der Rechnung 2020 ein Gewinn über 500 000 Franken.
Bei einer Gesamtsumme von knapp 12 Millionen Franken schliesst die Rechnung 2020 der Schule Erlen gegenüber Budget um 470 781 Franken besser ab. Aus dem erwarteten Ertragsüberschuss von 57 585 Franken wurde ein Gewinn von 528 355 Franken. Die Behörde beantragt, 500 000 Franken vom Ertragsüberschuss in den Erneuerungsfonds zu überführen und den Rest von 28 366 Franken dem Eigenkapital zuzuschreiben. Die Steuererträge liegen rund 300 000 Franken über dem Budget, aber unter dem Vorjahresertrag. Der Mehrertrag wird durch tiefere Finanzausgleichsleistungen kompensiert. Zu signifikanten Mehreinnahmen von knapp 155 000 Franken kam es bei den Grundstücksgewinnsteuern.
Mehr Verbrauchsmaterial
«Das Budget 2020 wurde erstellt, als die Auswirkungen des neuen Beitragsgesetzes des Kantons Thurgau noch nicht abschätzbar waren», erklärt Schulpräsident Heinz Leuenberger. «Auch war die Pandemie damals noch weit entfernt.» Unerwartet waren deshalb die Mehrkosten von rund 22 000 Franken beim Verbrauchsmaterial, deren Hauptauslöser die plötzlich benötigten Desinfektionsmittel, Hygienemasken und Trennwände waren. Fast ebenso viel wurde aber bei den Schülertransporten eingespart, weil viele geplante Anlässe nicht stattfinden konnten. Dass weniger Stellvertretungen benötigt, aber auch dass Lager und Projekte abgesagt wurden, schlug sich beim Personalaufwand der Lehrpersonen nieder. Er liegt rund 132 000 Franken unter Budget.
Zu Mehrausgaben von rund 110 000 Franken kam es hingegen beim baulichen Unterhalt. «Die Behörde musste für nicht aufschiebbare Reparatur- und Zusatzarbeiten verschiedene Nachtragskredite sprechen», sagt Heinz Leuenberger. So wurden Lamellenstoren und der Elektrokasten Aachtalhalle repariert, Storenanlagen saniert und im Backsteinschulhaus wurde ein provisorisches Sitzungszimmer eingerichtet. «Leider fielen auch wieder Reparaturkosten zur Beseitigung von Schäden durch Vandalenakte an. Vandalismus ist ein Problem, dem nur schwer beizukommen ist», erklärt der Schulpräsident.
Verzögerte Auszahlung
Die familienergänzende Betreuung «colori» verzeichnete 2020 ihr erstes komplettes Betriebsjahr. Die Personalkosten werden zwar in der Rechnung der Schule geführt, aber vollumfänglich von der Politischen Gemeinde Erlen getragen. Im letzten Jahr wurden nicht alle verfügbaren Betreuungsplätze im «colori» genutzt. Bei den Entgelten ergibt sich in der Rechnung gegenüber Budget 2020 ein Minderertrag, da die vorgesehene Anschubfinanzierung für die Tagesbetreuung vom Bund über 45 000 Franken noch nicht gesprochen wurde. Das Verfahren zur Erlangung dieses Beitrages sei aufwändiger als anfangs gedacht, räumt der Schulpräsident ein. Und er rechne damit, dass auch der Betrag geringer ausfallen werde.
Im Jahr 2020 hat die Schule Erlen knapp 800 000 Franken investiert. Diese Kosten sind für den Neubau Kindergarten Schöntal angefallen.
Versammlung der Volksschulgemeinde Erlen: Donnerstag, 3. Juni, 19.30 Uhr, Aachtalhalle.
Hannelore Bruderer
