Freitag, 12. Dezember 2025

Kradolf. Lauschen, staunen, singen, suchen, eine Geschichte erleben, sich gegenseitig Zeit schenken, Licht teilen: Mitten in der oft hektischen Adventszeit lädt der «zwüscheHALT» bereits zum zweiten Mal zu einem Moment der Ruhe ein. Von Sonntag, 14. Dezember bis Sonntag, 4. Januar führt der rund zwei Kilometer lange Erlebnisweg rund um das Kirchenzentrum Steinacker durch die winterliche Kulisse.

Ins Leben gerufen wurde der «zwüscheHALT» 2021 von der evangelischen und katholischen Landeskirche Thurgau. In der Kirchgemeinde Sulgen-Kradolf wurde er erstmals 2024 umgesetzt. Verantwortlich für die hiesige Umsetzung ist die Kirchenvorsteherin für das Ressort Kirche, Kind, Jugend,  Isabelle Svabenik. Sie hat das Projekt im vergangenen Jahr eher zufällig entdeckt und war sofort begeistert. «Ich war fasziniert vom Hörspiel, den liebevoll gestalteten Bildern und der Idee, in der Adventszeit eine Möglichkeit zum Ausklinken anzubieten», erinnert sie sich. Ein Spaziergang mit ihren Hunden reichte, um den Wunsch zu wecken, das Angebot nach Kradolf zu bringen.

Staunen, Durchatmen

Der Name ist Programm: Der «zwüscheHALT» soll eine Pause schenken. Eine Einladung, einmal stehen zu bleiben, miteinander unterwegs zu sein und den Vorweihnachtsstress für eine Weile hinter sich zu lassen. «Es braucht etwas, das ohne Vorbereitung und Aufwand funk-tioniert – genau dafür ist der ‹zwüscheHALT› da», sagt Svabenik. Entlang des Weges begegnen die Besuchenden einer Geschichte, die dieses Jahr ganz im Zeichen der Sterne steht und vom Licht erzählt, das den Weg zum Christkind weist. An verschiedenen Posten wird die Erzählung weitergeführt, ergänzt durch kleine Aktionen und Rätsel, die zum Mitmachen einladen. Alles ist so gestaltet, dass Familien den Weg im eigenen Tempo begehen können. Am Start beim Carport liegt eine Plastik-box mit Büchlein drin, dieses begleitet sie auf dem Weg. Über QR-Codes lassen sich unterwegs die Geschichten und passenden Lieder anhören. «Genau das macht den Zauber aus: Die Kombination aus Natur, Bewegung, Hörspiel und gemeinsamer Zeit», sagt Svabenik.

Vielleicht bald in Sulgen

Schon im vergangenen Jahr stiess der Erlebnisweg auf grosses Interesse. Wie viele Personen genau unterwegs waren, lässt sich nicht sagen. Doch die Reaktionen aus der Bevölkerung sprechen für sich. Besonders Grosseltern hätten den Weg geschätzt, erzählt Svabenik. «Viele sagten, dass es eine wunderbare Möglichkeit sei, mit den Enkeln spazieren zu gehen und gleichzeitig etwas zu erleben.» Die Rückmeldungen seien durchwegs positiv gewesen, einzig eine Bitte sei öfter geäussert worden: Den Weg länger stehen zu lassen, damit auch in den Weihnachtsferien Zeit bleibt für einen Besuch. Diesem Wunsch wurde nun entsprochen: Der Weg bleibt bis Anfang Januar bestehen. Auch für die Zukunft sieht Svabenik Potenzial: «Sehr gerne möchte ich den ‹zwüscheHALT› weiterhin anbieten. Möglich wäre auch, ihn nächstes Jahr in Sulgen auszustecken, vielleicht sogar gemeinsam mit der katholischen Schwesterkirche.»

Für alle Generationen

Der «zwüscheHALT» ist für Familien, Grosseltern mit Enkeln, Spaziergängerinnen und Spaziergänger – und für alle, die Geschichten mögen. «Ich habe den Weg das erste Mal alleine mit meinen Hunden gemacht», erzählt Svabenik. «Es ist ein Erlebnis, das ganz unterschiedliche Menschen anspricht.» Ihr Wunsch für alle Besuchenden: «Dass sie für einen Moment die Hektik der Weihnachtszeit vergessen und etwas Licht mit nach Hause nehmen.»

Gottesdienste

Für alle, die bereits etwas festliche Ruhe suchen: Am Sonntag, 14. Dezember, findet um 10 Uhr ein Gottesdienst mit Krippenspiel und um 19 Uhr ein WortKlang-Gottesdienst mit feinen Gesängen des Chörlis und Texten von Pfr. Frank Sachweh in Sulgen statt.

Stefan Böker