Freitag, 19. Dezember 2025
Sulgen. Die Kita Spielchischte ist vorübergehend an die Bahnhofstrasse 9 in Sulgen gezogen. Der Schritt wurde wegen Bauarbeiten nötig und entpuppte sich als Glücksfall. Kinder und Team fühlen sich im neuen Zuhause wohl. Ein Besuch vor Ort zeigt: Hier entsteht mehr als ein Provisorium.
Wer an der Bahnhofstrasse 9 vorbeigeht, hört von Weitem Kinderlachen. Seit einigen Wochen hat die Kita Spielchischte hier ihr temporäres Zuhause gefunden. «Wir hätten uns den Übergang nicht schöner vorstellen können», sagt Beatrice Chresta, diplomierte Sozialpädagogin FH und seit 20 Jahren Inhaberin der Kita Spielchischte. Vor zehn Jahren gründete sie die Kita Sulgen, seit 2025 wird der Betrieb von Leah Burger geführt. Burger betreut gemeinsam mit ihrem Team Kinder im Alter von drei Monaten bis zehn Jahren. Der Umzug war nötig geworden, weil auf der Nebenparzelle des ursprünglichen Kita-Standorts ein neues Mehrfamilienhaus entsteht. Damit der Betrieb weiterlaufen konnte, suchte Chresta frühzeitig das Gespräch mit der Gemeinde Sulgen. «Die Gemeinde hat uns entgegenkommend unterstützt», sagt sie. «Als uns die Liegenschaft an der Bahnhofstrasse zur Miete angeboten wurde, war sofort klar: Das passt.» Zentral, hell, gut zugänglich: Eigenschaften, die im Kita-Alltag Gold wert sind.
Beim Rundgang durch die neuen Räume fällt besonders das grosse Hauptzimmer ins Auge. Es wirkt beinahe wie ein kleiner Kosmos voller Entdeckungen: Regale mit Büchern, Spielecken, Malstationen, Bewegungsbereiche. «Gerade dieser Raum ermöglicht es den Kindern, sich frei zu entfalten», sagt Chresta. «Schon am ersten Tag sind sie losgezogen, neugierig und voller Freude. Es war schön zu sehen, wie selbstverständlich sie den neuen Ort angenommen haben.» Fast alles konnte an den neuen Standort mitgenommen werden – lediglich die Kita-Tiere mussten vorübergehend anderweitig untergebracht werden. «Die Tiere gehören zu unserem pädagogischen Konzept», betont Chresta. «Aktuell
arbeiten wir verstärkt mit Bilderbüchern und Themenboxen, doch sobald wir zurück am alten Ort sind, wird es wieder Tiere und auch neue Hochbeete geben.» Gekocht wird weiterhin in der Küche am ursprünglichen Standort; das Mittagessen wird täglich frisch geliefert.
Umzug verlief glatt
Auch für das Team sei der Umzug erstaunlich leicht verlaufen. «Wir hatten grosse Unterstützung, unter anderem durch einen Vater, der einen Zügelwagen mit Hebebühne organisierte», erzählt Chresta. «So brauchten wir nur drei Fahrten und der Betrieb musste keinen einzigen Tag pausieren.» Die Mitarbeitenden hätten sich schnell zurechtgefunden, und die Stimmung sei von Anfang an positiv gewesen.
Eltern zeigen Vertrauen
Bei den Eltern überwog nach kurzer Unsicherheit schnell die Vorfreude: neue Räume, neue Möglichkeiten, und ein Team, das sichtbar alles daransetzte, den Übergang sanft zu gestalten. «Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten», erzählt Chresta. «Die gute Vorbereitung hat sich ausgezahlt. Alle im Team haben ihre Stärken eingebracht, das hat
unglaublich gut funktioniert.» Eine unerwartete, aber besonders schöne Veränderung zeigt sich im Alltag: Die Kita ist nun deutlich sichtbarer im Dorf. «Obwohl es uns seit zehn Jahren gibt, wussten viele gar nicht, dass wir existieren», sagt Chresta schmunzelnd. «Jetzt kommen Menschen vorbei, winken den Kindern zu oder bleiben kurz stehen. Diese Offenheit berührt uns alle.» Von besonderem Wert seien die Begegnungen mit den Bewohnenden des nahegelegenen Altersheims. «Die Kontakte sind herzlich, bereichernd und voller Wärme – für die Kinder, für die Bewohnenden und für unser ganzes Team.»
Blick nach vorn
Während es im neuen Zuhause lebendig zugeht, werden die Räume am ursprünglichen Standort sanft renoviert. Auch der Spielplatz erhält eine Rundumerneuerung: ein Spielturm, Schaukeln, Rutschen, ein Spielhaus und ein grosser Sandhaufen sollen entstehen – ein kleines Paradies für die Rückkehr voraussichtlich im Herbst 2026. Bis dahin freut sich die Kita auf ein intensives, fröhliches Übergangsjahr. Chresta betont abschliessend: «Wir sind der Gemeinde unglaublich dankbar für die schönen, funktionalen Räume und allen Helferinnen und Helfern, die den Umzug so reibungslos möglich gemacht haben. Jetzt freuen wir uns auf viele unvergessliche Erlebnisse an diesem Ort.»
Benjamin Schmid
