Freitag, 9. Januar 2026
Sulgen. Das passiert nicht alle Tage. In der Tat ist es schon mehrere Jahre her, dass das Eislauffeld unterhalb des Oberdorfer Sportplatzes befahren werden konnte. Am letzten Montagabend aber stand endlich wieder fest: Das Eis trägt! Mit zahlreichen Schlittschuhläuferinnen und -läufern wurde das Eisfeld eröffnet.
Das Eisfeld ist offen! Diese freudige Nachricht versendete Gemeindepräsident Andreas Opprecht am Montagabend. Nach mehreren Jahren Unterbruch sei endlich wieder Wintersport auf schnellen Kufen im Oberdorf möglich.
«Was in meiner Jugend noch jährlich einzelne Tage bis mehrere Wochen möglich war, ist heute leider eine Seltenheit», so der Gemeindepräsident nachdenklich. Seine Hoffnung sei deshalb, dass alle Eisläuferinnen und -läufer das Eisfeld so lange wie möglich benutzen können und der Platz wieder zum temporären Dorftreffpunkt wird.
Solange das Thermometer bei Minusgraden verharrt, wird Schlittschuhlaufen möglich sein. Auf das Wochenende hin ist allerdings wärmeres Wetter angekündigt. Sollte es regnen, ist es mit dem Winterspass schnell vorbei. Wenn es schneit, hält das Eis länger. Bei Drucklegung des Neuen Anzeigers (Mittwoch, 17 Uhr) war das Eisfeld jedenfalls befahrbar und wurde den ganzen Tag rege genutzt.
Das Projekt hat indes eine lange Geschichte. Das Feld wurde vor Jahrzehnten den Sulgerinnen und Sulgern geschenkt mit der Auflage, im Winter bei kalten Temperaturen für Eis zu sorgen. Dieser Aufgabe nehmen sich private Eismacher aus der Nachbarschaft an (siehe Bericht Seite 5). Jedes Jahr hoffen sie auf eine längere Phase mit Temperaturen unter Null. In einer Gruppe auf Facebook tauschen sich die Eissportfans aus. Das letzte Mal, als das Eislauffeld befahren werden konnte, war Ende Februar 2018, wie Videos bezeugen. In anderen Wintern davor machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Im Winter 2020/2021 war die Vorbereitung des Eisfelds gar offiziell untersagt. Der Grund waren die von Bundesrat und Regierungsrat beschlossenen Auflagen während der Pandemie.
In den vergangenen Tagen konnten die Eismacher endlich wieder loslegen und für möglichst optimale Natureisvoraussetzungen für alle Kinder, Schulklassen, Vereine und Erwachsene sorgen. Und wenn es schmelzen sollte: Angst vor dem Einbrechen muss auch niemand haben.Die tiefste Stelle misst 20 Zentimeter; im schlimmsten Fall gibt es nasse Füsse.
Stefan Böker
