Freitag, 30. Januar 2026

Erlen. Am schmutzigen Donnerstag gehört Erlen wieder den Masken, der Musik und den Kindern. Die Aachtalschränzer laden am 12. Februar zum Fasnachtsumzug und zum Kindermaskenball ein, dem närrischen Auftakt, der im Dorf fest verankert ist.

Wenn am Donnerstag, 12. Februar, um 15.15 Uhr beim Bahnhof Erlen der erste Paukenschlag ertönt, ist klar: Die Fasnacht hat begonnen. Bunt verkleidete Kinder, begleitet von klingender Guggenmusik und fliegenden Konfetti, ziehen dann gemeinsam durchs Dorf bis zum Schulhaus. Verantwortlich für diesen traditionsreichen Auftakt ist die Guggenmusik Aachtalschränzer, die mit viel Herzblut zur Dorffasnacht einlädt.

Für Natascha Krüse, Präsidentin der Aachtalschränzer, ist der schmutzige Donnerstag jedes Jahr etwas Besonderes. Die 50-Jährige lebt seit 38 Jahren in Erlen und engagiert sich seit 20 Jahren im Verein, seit zwei Jahren als Präsidentin. «Die Vorfreude zum 19. Mal Schmudo in Erlen ist immer gross und es ist spannend, die fröhlichen Kinder mit ihren bunten und kreativen Kostümen zu bestaunen», sagt sie. Gleichzeitig sei es für die Guggenmusik der Start in die fünfte Saison – ein Moment, der immer wieder neu begeistert.

Ein Dorf im Fasnachtsfieber

Der Start um 15.15 Uhr ist bewusst gewählt. «15.15 Uhr – ein Paukenschlag und los gehts mit Guggenmarsch. Musik und Konfetti in unseren Herzen», beschreibt Krüse den Auftakt. Der Umzug richtet sich an Gross und Klein, das gemeinsame Marschieren durchs Dorf sei Ausdruck gelebter Dorffasnacht. «Uns im eigenen Dorf zu präsentieren, macht uns grosse Freude.» Was den Umzug so besonders macht, ist für die Präsidentin klar: «Wichtigster Punkt: Tradition.» Dazu komme der Austausch untereinander, das Bestaunen der Kostüme, der Halt beim Volg, das Zuhören bei der Guggenmusik und vor allem das närrische Anderssein. «Dorfleben zu leben», fasst Krüse zusammen.

Kinder im Mittelpunkt

Im Anschluss an den Umzug findet im Mehrzwecksaal bereits zum 19. Mal der Kindermaskenball statt. Für die Aachtalschränzer ist er ein zentraler Bestandteil der Fasnacht. «Unsere eigenen Kinder durften schon vor 15 Jahren den Kindermaskenball besuchen», erzählt Krüse. Das Leuchten in den Augen der Kinder sei jedes Jahr aufs Neue etwas Besonderes und der Grund, weshalb man diesen Anlass mit viel Engagement weiterführt. Ein Höhepunkt ist die Maskenprämierung für Einzel- und Gruppenmasken bis maximal fünf Kinder. Die Jury achtet dabei auf «originell, selbst gemacht, kreativ, stimmungsvoll, zu aktuellen Themen». Der erste Preis lohnt sich: Er wird mit einem Eintritt in den Skillspark Winterthur gekrönt. Die enge Zusammenarbeit mit Schule und Schulgemeinde ist dabei unverzichtbar. «Wir sind darauf angewiesen, um die Nummern und Elternbriefe zu verteilen», erklärt Krüse. Besonders geschätzt wird, dass die Kinder für diesen Nachmittag schulfrei erhalten.

Beizenfasnacht am Abend

Auch die Erwachsenen kommen auf ihre Kosten. Für das leibliche Wohl sorgen Würstli, Pommes, Kuchen und Torten, begleitet vom «Ohrenschmaus der Guggenmusik». Am Abend folgt die Beizenfasnacht: In diesem Jahr sind das Restaurant Aachbrüggli und der Löwen Erlen mit dabei. «Früher hatten wir bis zu sechs Beizen – leider gibt es nicht mehr viele Restaurants», sagt Krüse, umso wichtiger sei die Unterstützung der verbliebenen Betriebe. Der organisatorische Aufwand ist gross, doch die Motivation bleibt. «Dass man alle Jahre wieder mit den gleichen Helfern rechnen kann und alle Freude am närrischen Treiben haben», nennt Krüse als wichtigste Grundlage. Ihr Wunsch für die Fasnacht ist klar: «Eine fröhliche Kinderschar und am Abend auch Erwachsene in den Restaurants, die unserer Musik zuhören und die örtlichen Restaurants unterstützen.» In Erlen ist alles bereit für einen farbenfrohen Start in die fünfte Jahreszeit.

Benjamin Schmid