Freitag, 22 Mai 2026
Amriswil. Nach längerer Planungszeit wurde Anfang Mai der Verein Behindertenkonferenz Thurgau gegründet – und das mit nachhaltigem Erfolg. So haben sich zur Gründungsversammlung schon beachtliche 45 Personen als Mitglieder eingeschrieben, die sich ab sofort voller Elan und Zuversicht für absolute Inklusion einsetzen.
Was in anderen Kantonen schon längst geschehen ist, haben nun einige tatkräftige Thurgauer auch erschaffen. Die Behindertenkonferenz Thurgau ist in der Amriswiler Pizzeria Eufrat aus der Taufe gehoben worden. Zwar verläuft die Gründungsversammlung nicht nur schnörkellos, doch was zählt, ist schlussendlich die Genehmigung aller Traktanden. Betreffend der neu aufgegleisten Vereinsstatuten sowie der Mitgliederbeiträge gibt es etliche Wortmeldungen. Diese reichen so weit, dass eine Anwesende die Idee einbringt, die Statuten abzulehnen, die Gründungsversammlung somit zu stoppen und an einem anderen Datum noch einmal zusammenzukommen. Nach ihrem Empfinden seien besagte Statuten zu wenig detailliert ausgearbeitet. «Für mich hat es auch zu viel Unnötiges drin, dafür fehlen andere, wichtige Anhaltspunkte», so ihr Votum, für welches sie nur vereinzelt Unterstützung erfährt. «Dafür bin ich jetzt nicht nach Amriswil gekommen, nur damit die Vereinsgründung an den Statuten scheitert», kontert ein anderer Stimmberechtigter und bringt die Idee, das Traktandum zu genehmigen und, via Ordnungsantrag, den Vorstand damit zu beauftragen, die Statuten anzupassen, zu überarbeiten und dann an der ersten Mitgliederversammlung im kommenden Jahr noch einmal vorzulegen. Diese Idee findet Anklang und wird mit nur einer Gegenstimme gutgeheissen.
Knapp 60 Personen sind anwesend, davon lösen 45 eine Mitgliedschaft und sind stimmberechtigt. Die Freude über diesen Grossandrang ist riesig. «Anfänglich hofften wir darauf, dass etwa 30 Personen mit dabei sind. Mit jedem Tag kamen aber mehr Anmeldungen rein, sodass wir heute gerade noch so Platz haben hier», sagt Roger Lieberherr augenzwinkernd. Er wird zu einem späteren Zeitpunkt als erster Vereinspräsident gewählt, während Hansueli Salzmann (Geschäftsstellenleiter von Procap St. Gallen-Appenzell-Thurgau) als Tagespräsident durch die wichtigsten Traktanden führt.
Was macht die Beko Thurgau?
Der Verein Beko TG mit Sitz in Frauenfeld gilt als religiös und politisch neutral und verfolgt ausschliesslich gemeinnützige Zwecke. Er setzt sich für die Förderung der Interessen von Menschen mit Behinderungen ein und engagiert sich für ihre gleichberechtigte Teilhabe und Inklusion in der Gesellschaft. «Wir wollen unter anderem Barrieren abbauen», sagt etwa Mira Fischbacher von der vereinsaufgleisenden Interessengruppe Beko TG.
Zudem unterstützt der Verein aktiv die Förderung der Rechte von Menschen mit Behinderungen. Man versucht, Massnahmen, Projekte und Initiativen zu fördern, die darauf abzielen, ihre Rechte zu stärken und die Inklusion in allen gesellschaftlichen Bereichen zu gewährleisten. «Unser Verein arbeitet eng mit anderen Organisationen und Institutionen zusammen, um die Anliegen und Bedürfnisse von behinderten Menschen zu vertreten», sagt Roger Lieberherr.
Der Souverän sowie der Vorstand haben bereits etliche Ideen zusammengetragen, wie sich das Wirken des neuen Vereins etablieren soll. Homepage gestalten, Social Media einbinden, die Anpassung von Halteknöpfen an Bahnhöfen oder die Sicherstellung von geeigneten Hilfsmitteln in Schwimmbädern sind nur einige der kommenden Anliegen und Arbeiten. Der erste Vorstand von Beko TG setzt sich zusammen aus Roger Lieberherr als Präsident, Susi Rutishauser, Daniel Wapp, Remo Biedermann, David Belz und Mira Fischbacher.
Man darf gespannt sein, wie sich der Verein entwickelt; stets unter dem Motto: Jeder Mensch ist gleich und jeder verdient eine Stimme – ab sofort auch im Thurgau.
Christoph Heer
