Freitag, 31. Juli 2026

Schweizersholz. In Schweizersholz bei Bischofszell gibt es seit diesem Jahr ein besonderes Angebot für Kinder: die Blue Horse Ponyspielgruppe von Sara Piasente. Hier lernen Kinder zwischen drei und sechs Jahren Ponys spielerisch kennen mit viel Zeit für Natur, Bewegung und einen respektvollen Umgang mit Tieren.

Ein paar kleine Hände streichen vorsichtig über ein weiches Ponyfell. Neben dem Stall steht eine Gruppe Kinder und beobachtet aufmerksam, wie eines der Ponys geduldig gestriegelt wird. Ein anderes wartet schon geduldig darauf, geführt zu werden. Lachen liegt in der Luft und die Aufregung steigt, denn nach dem Pflegen folgt heute noch ein kleiner Ausritt über den Hof. Seit diesem Jahr bietet Sara Piasente in der Gemeinde Bischofszell ein Angebot an, das bei Kindern schnell für leuchtende Augen sorgt. In ihrer Ponyspielgruppe erleben Kinder zwischen drei und sechs Jahren die Welt der Ponys ganz ohne Druck, dafür mit viel Zeit zum Spielen, Entdecken und Staunen.

Eine grosse Leidenschaft

Die Idee zur Ponyspielgruppe entstand aus einer langjährigen Liebe zu Pferden. «Pferde haben mich schon seit meiner Kindheit fasziniert», erzählt Sara Pia­sente. «Seit bald 20 Jahren begleiten sie mich durch mein Leben.» 2010 erfüllte sie sich einen besonderen Traum: Sie kaufte ihr erstes eigenes Pferd – einen damals 15-jährigen Wallach, der noch heute an ihrer Seite ist und inzwischen stolze 30 Jahre alt geworden ist. Mit der Zeit wuchs der Wunsch, diese Begeisterung weiterzugeben. «Ich wollte einen Ort schaffen, an dem Kinder Ponys ganz natürlich kennenlernen können, ohne Druck und in einer liebevollen Umgebung», sagt Piasente. Gerade heute hätten viele Kinder kaum noch direkten Kontakt zu Tieren. Genau diese Erfahrung möchte sie ihnen ermöglichen.

Lernen mit allen Sinnen

Ein Morgen in der Ponyspielgruppe beginnt zunächst wie in einer klassischen Spielgruppe. Doch bald kommen die Ponys ins Spiel. Die Kinder dürfen helfen, sie zu putzen, sie zu streicheln oder gemeinsam zu führen. Spielerische Übungen, kleine Parcours und erste Reiterfahrungen gehören ebenfalls dazu. Besonders wichtig ist Piasente dabei das freie Spiel. «Die Kinder sollen in ihrem eigenen Tempo die Welt entdecken und daran wachsen», erklärt sie. Neben der Begegnung mit den Ponys geht es auch um Bewegung, Naturerlebnisse und soziale Erfahrungen in der Gruppe. Dabei lernen die Kinder nebenbei wichtige Werte. Wer ein Pony führt oder beim Putzen hilft, übernimmt Verantwortung. «Die Kinder lernen ganz selbstverständlich, respektvoll und achtsam mit den Tieren umzugehen», sagt Piasente. «Sie erfahren auch Grenzen und lernen, selbst welche zu setzen.»

Stars auf vier Hufen

Besonders beliebt bei den Kindern sind die beiden Ponys Early und Ben. Die beiden Vierbeiner sind die heimlichen Stars der Spielgruppe. Jedes Tier habe seinen eigenen Charakter, erzählt Piasente und genau das spüren auch die Kinder schnell. «Oft entwickeln sie eine ganz besondere Beziehung zu den Ponys», sagt sie. Gerade für schüchterne Kinder könne das eine wertvolle Erfahrung sein. «Es ist wunderschön zu sehen, wenn ein Kind, das am Anfang noch unsicher ist, plötzlich Vertrauen fasst und stolz ein Pony streichelt oder führt.»

Die Gruppen sind bewusst klein gehalten, damit jedes Kind genügend Zeit mit den Tieren verbringen kann. Sicherheit steht dabei immer an erster Stelle. Bevor es losgeht, lernen die Kinder die wichtigsten Regeln im Umgang mit Ponys, und alle Aktivitäten finden unter Aufsicht statt.

Ein Ort für Naturabenteuer

Die Ponyspielgruppe richtet sich an Kinder zwischen drei und sechs Jahren, in einzelnen Fällen können auch schon Kinder ab zweieinhalb Jahren teilnehmen. Neben den Ponys gehören auch andere Tiere wie Hunde zum Alltag auf dem Hof. Für Familien aus der Region bietet das Angebot eine besondere Gelegenheit, Kindern den Kontakt zur Natur näherzubringen. Und wer einmal erlebt hat, wie vorsichtig kleine Hände ein Pony führen oder stolz einen Striegel halten, versteht schnell, warum dieses Konzept funktioniert. Für Sara Piasente ist die Vision klar: «Ich wünsche mir, dass die Ponyspielgruppe Fuss fasst und viele Kinder hier schöne Erlebnisse mit Ponys sammeln können.»

Nach einem letzten Streicheln wird das Pony zurück in den Stall geführt. Die Kinder verabschieden sich – nicht ohne noch einmal über das weiche Fell zu streichen. Und eines ist sicher: Beim nächsten Ponyspielgruppen-Morgen sind sie wieder mit Begeisterung dabei.

Benjamin Schmid