Freitag, 30. August 2019

Sulgen. Die Gemeinde Sulgen verfügt seit dem März diesen Jahres über einen vom Kanton genehmigten generellen Wasserversorgungsplan. Er dient als Planungsinstrument für eine zuverlässige Wasserversorgung. 

«Das ist der generelle Wasserversorgungsplan für die Gemeinde Sulgen», sagt Gemeindepräsident Andreas Opprecht und zeigt einen Ordner, der gefüllt ist mit Dokumenten und Plänen. Erarbeitet wurde er während der vergangenen zwei Jahre vom Weinfelder Ingenieurbüro IWP und im März diesen Jahres wurde er vom Kanton genehmigt. Die generelle Wasserversorgungsplanung (GWP) dient während der nächsten 15 bis 30 Jahre als Planungsinstrument für eine zuverlässige Wasserversorgung der Gemeinde Sulgen. «Zweck der öffentlichen Wasserversorgung ist die dauernde Bereitstellung und Lieferung von Wasser in Trinkwasserqualität in ausreichender Menge sowie unter genügendem Druck», erklärt Andreas Opprecht. 

Sache der Gemeinde
Die öffentliche Wasserversorgung ist laut dem Wassernutzungsgesetz Sache der Gemeinde, welche auch dazu verpflichtet ist, die GWP zu erstellen. «Ein weiterer Vorteil der GWP ist, dass nicht nur der Gemeindepräsident und der Brunnenmeister über die Wasserversorgung Bescheid wissen», sagt Andreas Opprecht. Die GWP ist die umfassende Entscheidungsgrundlage für die Planung der Ausbauten, der Festlegung des Wasserpreises und die Erstellung des Budgets in jeder Wasserversorgung. Ausserdem bildet die GWP die Grundlage zur Entrichtung der Beiträge des Feuerschutzamtes. Zudem dient die GWP der Gemeinde als Führungsinstrument, dem Brunnenmeister als Hilfsmittel und der Koordination mit benachbarten Wasserversorgungen. Für die nächsten Jahre und Jahrzehnte schlägt die GWP etliche Massnahmen vor. Dazu gehören die weitergehende Ausscheidung von Schutzzonen für die Wasserversorgung, die Erneuerung diverser Konzessionen sowie den vollständigen Einbezug von Götighofen in die Sulger Wasserversorgung. Ferner sind eine Ringleitung an der Bädlistrasse, eine Erweiterung des Reservoirs Buchenberg oder die Errichtung eines zweiten Standbeins auf selber Meereshöhe sowie die Erweiterung des Pumpwerks respektive der Pumpleistung vorgeschlagen. «An Leitungserneuerungen und -erweiterungen muss kontinuierlich gearbeitet werden. Jährlich sollte der Leitungsersatz in der Zone Sulgen rund 1,5 Prozent und in der Zone Götighofen rund 2 Prozent betragen», sagt Andreas Opprecht. Den aktuellen Ausbau- und Sanierungsbedarf zeigen der Übersichtsplan mit notwendigen Ausbauten sowie der Unterhaltsplan mit Leitungszustand auf. Über den Kopf der Stimmbürger hinweg werden keine Massnahmen getätigt. «Grosse bauliche Massnahmen übersteigen die Kompetenz des Gemeinderates und müssen trotz GWP auch in Zukunft der Gemeindeversammlung vorgelegt werden», versichert Andreas Opprecht. 

Kapazität stösst an Grenze
Auch in der Vergangenheit genoss die zuverlässige Wasserversorgung einen hohen Stellenwert in der Gemeinde. Neben der Gründung der Wasserversorgung AachThurLand wurde eine Verbindung zur Regio Energie Amriswil (REA) realisiert, um bei Bedarf Seewasser zu pumpen. Nach der Übernahme von Ruppertsmoos, Hessenreuti und des Wohlfender-Areals in die Wasserversorgung versorgt die Gemeinde ab diesem Herbst auch Götighofen, Gutbertshausen und Breitenloo mit Sulger Wasser. Obwohl der Pro-Kopf-Wasserverbrauch gesunken ist, beobachtet Andreas Opprecht, dass der Gesamt-Wasserverbrauch durch die Zunahme von Haushalten und Industriebauten aber stetig gewachsen ist und das 1995 erbaute Wasserreservoir in Sachen notwendiger Speicherkapazität an seine Grenzen stösst. 

Monika Wick