Freitag, 21. August 2026
Erlen. Anfang April musste das Erler Restaurant Aachbrüggli schliessen. «Aus gesundheitlichen Gründen», wie Wirtin Annelies Bürgisser damals mitteilte. Eigentlich war eine Wiedereröffnung nach den Sommerferien vorgesehen. Doch wie es jetzt weitergeht, ist völlig offen. Die sieben Studios im ehemaligen Hoteltrakt werden jedoch weiterhin vermietet.
Es sind traurige Nachrichten aus der Erler Gastro-Szene: Wie Stefan Bürgisser auf Anfrage mitteilt, ist die erhoffte Wiedereröffnung des Aachbrügglis noch diesen Sommer nicht möglich. Zu den genauen Umständen will der Ehemann der bisherigen Wirtin keine Angaben machen. Nur so viel: Der gesundheitliche Zustand seiner Frau lasse die Wiedereröffnung im Moment nicht zu und es stehe in den Sternen, wie es mit dem Lokal an der Poststrasse 8 weitergehen wird. «Stand heute bleibt das Restaurant voraussichtlich bis Ende Jahr geschlossen», sagt Stefan Bürgisser.
Keine leichte Entscheidung
Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen, sagt der Besitzer der Liegenschaft. «Das Aachbrüggli war ein Herzensprojekt meiner Frau. Sie hat das Restaurant mit viel Leidenschaft geführt.» Der Wunsch, das Aachbrüggli irgendwann wieder zu öffnen bestehe nach wie vor. Ob dann wieder Annelies Bürgisser mit dem bekannten Team die Arbeit aufnimmt, könne zu diesem Zeitpunkt nicht gesagt werden. Für alle bisherigen Angestellten konnte eine Anschlusslösung gefunden werden. Die Leitung eines Landgasthofs erfordere zudem viel Kraft. Momentan gebe es im Leben des Paares einfach wichtigere Prioritäten.
Das Aachbrüggli war neben dem Ochsen, dem Löwen und dem Golfrestaurant eines der letzten Speiselokale in Erlen. Das neue Team hatte das Traditionslokal während seines dreieinhalbjährigen Engagements neu belebt. Neben Kaffee und Kuchen standen verschiedene Mittagsgerichte auf der Karte. Die Gäste fühlten sich wohl, schätzten den frischen Wind, den das Quartett verströmte, und genossen das besondere Angebot mit viel «Glitzer».
Vor der Wiedereröffnung im Herbst 2023 stand das Aachbrüggli als Hotel-Restaurant 30 Jahre lang unter der Leitung von Marianne und Guido Schlumpf. Guido Schlumpf galt als Koch mit Herz und Seele. Seine Küche wurde auch von Gault-Millau ausgezeichnet. Das Aachbrüggli genoss einen guten Ruf weit über die Kantonsgrenzen hinaus und war bei der Erler Bevölkerung als Treffpunkt beliebt.
Grosses Engagement
Annelies Bürgisser hatte sich als Initiatorin des «Back-Kaffees» an der Poststrasse 1 im ehemaligen Restaurant Station einen Namen gemacht. Heute sind dort Asylsuchende untergebracht. Zudem betrieb sie den Zirkuswagen mit Selbstbedienungs-Café bei der Gärtnerei Neubauer. Die neue Wirtin wollte das Aachbrüggli als zentralen Treffpunkt erhalten. Anfangs gab es von Dienstag bis Samstag Znüni, Kuchen und Kaffee, an einzelnen Tagen zudem Mittagsmenüs und Abendbetrieb. Später wurde das gastronomische Angebot erweitert und die Öffnungszeiten angepasst. Zudem wurden sieben Hotelzimmer vermietet.
Zimmer zu Studios
«Das Konzept hat gut funktioniert», blickt Stefan Bürgisser etwas wehmütig zurück. «Das Restaurant lief gut.» Relativ schnell habe sich jedoch abgezeichnet, dass der klassische Hotelbetrieb nicht wirklich rentierte und auch nur mit mehr Personal zu stemmen gewesen wäre. Darum setzten die Betreiber auf die Vermietung von Monatszimmern. Die Studios werden insbesondere von Mitarbeitenden der SBB und grösseren Firmen aus der Umgebung genutzt. Diese «Arbeiterzimmer», wie Stefan Bürgisser sie nennt, vermieten er und seine Frau weiterhin. Eine Angestellte hilft vor Ort auf Stundenbasis bei der Reinigung. Um die Hotelzimmer als Monatszimmer zu nutzen, waren wenig bauliche Veränderungen nötig. Dennoch musste offiziell ein Baugesuch gestellt werden. Dieses hat die Gemeinde kürzlich genehmigt.
Weihnachtsmarkt kommt
Vorerst bleibt das Aachbrüggli also geschlossen. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Am Mittwoch, 2. Dezember, findet beim Aachbrüggli erneut das Adventsfenster des Gewerbevereins Erlen mit einem kleinen Weihnachtsmarkt statt, so Bürgisser. «Dieser Anlass war so schön und uns haben so viele Menschen Hilfe angeboten, dass wir den Weihnachtsmarkt auf jeden Fall durchführen werden – auch wenn das Aachbrüggli eigentlich geschlossen hat.»
Stefan Böker
