Freitag, 12. Dezember 2025
Erlen. In und um das Restaurant Aachbrüggli fand am 3. Dezember ein stimmungsvoller Weihnachtsmarkt mit exklusiven Produkten und
Attraktionen für Gross und Klein statt. Eingeladen dazu hatte das Aachbrüggli gemeinsam mit dem Erler Gewerblertreff. Diesen gibt es nun schon zwölf Jahre. Das positive Wirken der Interessengemeinschaft ist nicht zu übersehen.
Auf jeden Fall möchten die Verantwortlichen den Anlass im kommenden Jahr erneut durchführen, sagte ein über den Zuspruch sichtlich erfreuter Stefan Bürgisser am Mittwochabend letzter Woche auf der Terrasse des Aachbrügglis. Zum zweiten Mal wurde im Rahmen des Adventsfensters ein richtig schöner Anlass auf die Beine gestellt, der bei Publikum und Ausstellern gleichermassen ankam. Wiederholungsgefahr? Gross! An ihrem Stand schenkten die Gewerbler gratis Glühwein und Punsch aus, machten Werbung für ihre Gemeinschaft und genossen das Gespräch mit den zahlreich erschienenen Gästen. Dank zurückhaltender Beleuchtung und entspannter Stimmung entstand richtig gemütliches Adventsfeeling.
Wer auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken war, konnte in den Räumlichkeiten des Restaurants an verschiedenen Ständen stöbern. Die Ausstellenden kamen alle aus der erweiterten Region. Elsi Heierli aus Weinfelden beispielsweise bot Gestricktes, Gehäkeltes und Genähtes an. «Meine Schwester ist Stammgast hier im Restaurant», sagte die Standbetreiberin. «Als sie vom Event erfuhr, hat sie mich darauf aufmerksam gemacht.» Die Angebote konnten sich jedenfalls sehen lassen und die Gäste genossen den kleinen, aber feinen Markt. «In dieser Form gab es den Anlass früher nicht», bestätigte Stefan Bürgisser. Bis anhin hatte der Gewerblertreff die Bevölkerung immer vor den Sommerferien zu einem Apéro eingeladen. «Für uns war das eine schöne Gelegenheit, der Bevölkerung etwas zurückzugeben», sagt der Elektroinstallateur.
Die Mitglieder des Gewerbestamms genossen die Teilnahme am Adventsfenster vor dem Aachbrüggli, weil sie ihren Kundinnen und Kunden eine Freude machen und in lockerer
Atmosphäre zusammenkommen konnten – sowie um Werbung für ihre Dienstleistungen zu machen. Elektroinstallateur Stefan Bürgisser ist einer der Gründer des Gewerblertreffs, der vor zwölf Jahren ins Leben gerufen wurde, um mehr Austausch und Gemeinschaft zu ermöglichen. «Es gibt sehr viele Firmen in Erlen und zu dieser Zeit fand in mehreren Betrieben Generationenwechsel statt», erinnert er sich. «Damals haben wir ‹Jungen› gemerkt: Viele kennen sich gar nicht. Das wollten wir ändern.»
Über 30 Mitglieder
Heute sind über 30 Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe in der Interessengemeinschaft verbunden. «Wir helfen uns gegenseitig», nennt Bürgisser einen grossen Vorteil der Organisation. Die gegenseitige Unterstützung reiche vom einfachen Ideenaustausch an den monatlichen Treffs bis hin zur gemeinsamen Ausführung von Aufträgen. «Schliesslich sitzen wir alle im gleichen Boot», bekräftigt der Handwerker. «Und wenn man der Kundschaft eine massgeschneiderte Lösung mit Unternehmen hier vor Ort anbieten kann, ist das doch das Beste.»
Die Gewerbler treffen sich jeden ersten Mittwoch im Monat. Bewusst haben die Gründer als Organisationsform keine Vereinsstruktur gewählt. Die Teilnahme an den Treffs soll einfach und niederschwellig sein. Ausserdem gibt es ja bereits den Gewerbeverein AachThurLand, in dem einige sowieso Mitglied sind. «Wir sind offen für alle Lokal-
unternehmen, die mitmachen wollen», sagt Bürgisser. Einen Mitgliedsbeitrag gibt es keinen. Wenn Ausgaben anstehen, wie etwa der Druck der Gewerbebroschüre, legen alle zusammen – unkompliziert und hilfsbereit. Oder man generiert selbst Einnahmen, wie zuletzt mit der Bar in der Aachtalhalle anlässlich des Gemeindejubiläums.
Apropos Gemeinde: Die ist auch Stammgast am Treff. Kurze Wege, direkter Kontakt zu den Akteuren und schnelle Lösungen – das sind Vorteile, die auch im Gemeindehaus geschätzt werden. Für Unternehmer Bürgisser ist zudem der Kontakt zur Schule sehr wichtig. Wenn man Berufswahlparcours und Schnuppertag zusammen durchführe, sei das beste Werbung. Denn ein wiederkehrendes Thema am Gewerbestamm sei der Fachkräftemangel. «Wir schätzen und fördern es sehr, wenn Schulabgänger aus dem Dorf eine Lehre bei einem lokalen Betrieb anfangen wollen», sagt er.
Stefan Böker
