Freitag, 20. Februar 2026

Hohentannen. Die alljährlichen Aufführungen des Theatervereins Hohentannen gehören zu den kulturellen Höhepunkten des Dorflebens. Seine Inszenierungen begeistern Einheimische wie Auswärtige und bieten dem Publikum ein besonders heimeliges Theatererlebnis – und in diesem Jahr besonders übernatürlich.

Der Theaterverein Hohentannen, gegründet 2022, ist ein relativ junger Verein. Doch weil fast alle Beteiligten bereits in der Theatergruppe aktiv waren, die bis dahin die jährliche Abendunterhaltung zusammen mit dem Singkreis auf die Bühne brachten, sind die Mitglieder bekannt. «Es gab vereinzelt Neuzugänge oder Abgänge, aber der harte Kern ist seit der Gründung gleich geblieben», sagt Vereinspräsident Marco Stadelmann über sein routiniertes Team.

Marco Stadelmann spielt seit 2011 Theater. Als Zuschauer hat er verschiedene Laientheater in der Region schon davor sehr geschätzt. Doch um selbst auf die Bretter zu steigen, die die Welt bedeuten, brauchte es den Anschub eines Kollegen. Über die Jahre ist das Hobby zu einem wichtigen Teil seines Lebens geworden, das besonders in der kalten Jahreszeit einen grossen Teil seiner Freizeit beansprucht. «Es ist eine Herzensangelegenheit für mich», beschreibt er sein Engagement.

Momentan probt Marco Stadelmann zusammen mit dem Verein intensiv für die bevorstehenden Aufführungen. Regie führt erstmals Sandra Beck, die bis anhin Schauspielerin war. Die frühere Regisseurin Felicitas Bötschi hat dafür die Seite gewechselt zu den Schauspielerinnen. Generalprobe ist erst einen Tag vor der Premiere. Doch aufgeregt ist Marco Stadelmann nicht. «Eher vorfreudig», sagt er.

Bei den Proben wie auch bei den Aufführungen kann der Verein fast alle Aufgaben selbst erledigen. So bedient ein Vereinsmitglied die Technik. Dass die Hischenschür Auftritts- wie Probelokal ist, macht dies einfacher. Und der Holzbau sorgt für eine extra heimelige Kulisse. Nur für die Maske engagiert der Verein eine externe Person. An der Bar werden an den beiden Abenden Freunde und Bekannte helfen.

Geistreiche Komödie

«Es ist jedes Jahr ein gutes Gefühl, so ein Projekt gemeinsam auf die Bühne zu bringen», lobt der Präsident sein Team und das tolle Gemeinschaftsgefühl. Dieses Jahr liefen die Proben besonders gut. Es gab fast keine Ausfälle wegen Krankheit. Das Publikum darf sich nun auf die Komödie «Drei Geister für Charlène» freuen. Lustige Gespenster, die in einer alten, verlassenen Villa immer wieder mögliche Käufer vertreiben, bis die Besitzerin Geisterjäger engagiert? Das klingt nach einer gehörigen Portion Witz und Situationskomik – und nach einer feinen Prise Gesellschaftskritik. Marco Stadelmann nickt. «Immobilienhaie bekommen auf jeden Fall ihr Fett weg», kündigt er an. Eine grosse Herausforderung sei es gewesen, den übernatürlichen Inhalt passend umzusetzen. «Wir haben bis zuletzt daran gefeilt, wie wir die Geister am besten darstellen. Doch am Ende ist es gut gelungen», glaubt er. Und schliesst: «Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich am übernächsten Wochenende selbst vom Ergebnis zu überzeugen.»

Stefan Böker