Freitag, 31. August 2018
Kradolf. Vor 90 Jahren produzierte Wilhelm Humbel im eigenen Haus in Kradolf die ersten Zahnräder. Am Tag der offenen Tür zeigte das international erfolgreiche Familienunternehmen, wie sich das Zahnrad der Zeit gedreht und entwickelt hat.
Grosses Schauen und Staunen herrschte vergangenen Samstag am Tag der offenen Tür bei Humbel Zahnräder. Das Familienunternehmen mit Hauptsitz in Kradolf hat Grund zum Feiern. Vor 90 Jahren setzte Wilhelm Humbel den Grundstein zu einer Erfolgsgeschichte.
Hochpräzise
Wie aus einem Metallrohr ein technisch hoch entwickeltes und auf 1000stel Millimeter genaues Räderwerk entsteht, erlebten die zahlreichen Besucher bei ihrem Rundgang durch die Produktionsstätte. Bis zu 20 Stationen durchlaufen die verschiedenen Teile, bis sie von den Verbrauchern in den Bereichen Industrie, Fahrzeugbau und Motorsport weltweit zum Einsatz kommen. Dafür sorgen die 350 Mitarbeiter an drei Firmenstandorten in Tschechien, Rumänien und Kradolf.
Inzwischen ist bereits die vierte Generation in der Unternehmensleitung. Auch in der Arbeitstechnik hat der Fortschritt nicht Halt gemacht. Wenn Firmengründer Wilhelm Humbel noch kundenorientiert gearbeitet hatte und versuchte, mit dem Kunden eine Lösung für sein Problem zu finden, ist der Trend der heutigen Generation lösungsorientiert ausgerichtet. Das heisst, mit entsprechender Forschung sollen Leistungen schon bereitstehen, bevor beim Kunden überhaupt Probleme entstehen können.
Faszination Zahnrad
«Jedes Material wird zuerst geprüft, bevor es verarbeitet wird», erklärt die Verantwortliche für Qualitätskontrolle. Gedreht, gewendet, verzahnt und geschliffen werden danach die verschiedenen Teile in den unterschiedlichen Grössen von hochtechnischen Maschinen, an denen Polytechniker und speziell ausgebildete Facharbeiter am Werk sind. Ihre Arbeit macht ihnen Freude und aus ihren Worten klingt Berufsstolz, wenn sie den wissbegierigen Zuschauern die Vorgänge erklären. Diese wiederum strecken die Köpfe zusammen, um durch die Glasscheibe zu beobachten, was der metallische Arm mit dem Metallteil anstellt. Mit ihrem Jubiläumsanlass hat die Firma, wie es scheint, auch für Berufsnachwuchs gesorgt. «Schau mal, hier werden die Zähne rausgefräst», erklärt ein Pensionär seinem Enkel und erzählt, wie es damals noch war, als er hier gearbeitet hatte. Das Zahnrad der Zeit mag sich inzwischen einige Male gedreht haben, die Faszination daran ist jedoch über Generationen die gleiche geblieben.
Ramona Riedener
