Freitag, 20. März 2026

Bürglen. An der evangelischen Kirchgemeindeversammlung Bürglen stehen neben dem Behördenbericht auch die Jahresberichte von zwei Pfarrern und einer Pfarrerin zur Genehmigung an.

Die Evangelische Kirchgemeinde hat ein ereignisreiches Jahr 2025 hinter sich. Dass ausnahmsweise drei Personen einen Jahresbericht für das Pfarramt verfasst haben, liegt daran, dass sich die Pfarrer Christian Münch und Marco Borghi im ersten Halbjahr die Stelle teilten. Am 1. September begann die neue Pfarrerin Elke Räbiger ihre Arbeit, bis zu Pfarrer Borghis Pensionierung im November ebenfalls im «Jobsharing»-Modell und mit einem kleineren Pensum.

«Schwierige Zeit»

Die Stellenteilung habe gut funktioniert, so Pfarrer Christian Münch in seinem Bericht. Obwohl bereits im Pensionsalter, war er fast zwei Jahre in der Kirchgemeinde Bürglen tätig und spricht von einer guten Zeit mit gelungenen Gottesdiensten, seelsorgerlichen Gesprächen und vielen Menschen, die er begleiten durfte. Grund für seine Kündigung waren persönliche Schicksalsschläge. Im Herbst 2024 erkrankten sowohl seine Exfrau als auch seine Lebenspartnerin. Im Mai 2025 starb Pfarrer Münchs Lebenspartnerin an Krebs. Diese Umstände hätten ihn an seine körperlichen und psychischen Grenzen gebracht, schreibt er. «In dieser schwierigen Zeit erlebte ich die Mitglieder der Kirchenvorsteherschaft als sehr verständnisvoll, hilfsbereit und stärkend», dankt er der Behörde. Am «Chilefäscht» wurde Pfarrer Münch liebevoll verabschiedet.

Motivierte Behörde

Um einen neuen Pfarrer zu finden, setzte die Gemeindeversammlung im Januar 2025 eine Kommission ein. Es war eine der ersten grossen Aufgaben der neu gewählten Kirchenbehörde und Pfarrer Marco Borghi erinnert sich an die po­sitive Stimmung, welche im Gremium herrschte. Sein Rückblick gibt auch einen Überblick über die vielfältigen Tätigkeiten eines Pfarrers, zu denen neben normalen und aussergewöhnlichen Gottesdiensten auch Tauffeiern, Seelsorgebesuche und Abdankungsgottesdienste gehören. «Die Zeit in Bürglen war eine kurze, aber schöne und gute Zeit», schreibt er. Es habe ihn gefreut, mit welchem Elan, welcher Hoffnung und welcher Leistungsbereitschaft sich der neue Kirchenvorstand seinen Aufgaben widmete. Pfarrer Borghi ging Mitte November in Pension und wurde mit einem Gottesdienst verabschiedet.

Musik ist wichtig

Einen guten Eindruck hat die Behörde auch bei Pfarrerin Elke Räbiger hinterlassen. Deren Mitglieder würden an
eine Zukunft ihrer Gemeinde glauben, schreibt sie, während andernorts Kirchenaustritte und sinkende Gottesdienstbesuchszahlen Sorgen bereiten. In ihrem Rückblick beschreibt sie ihr eigenes Rezept, um Gottesdienste attraktiv zu gestalten. Musik und Gesang mache «gute» Gottesdienste aus. Darum will sie möglichst viele neue musikalische Ideen aufnehmen und eine gute Mischung aus traditionellen Gottesdiensten, Familien- und Musig-Gottesdiensten anbieten. Zudem sei es wichtig, möglichst viele Akteure einzubeziehen. Mit viel Energie ist Pfarrerin Elke Räbiger gestartet; seit Dezember arbeitet sie im 80-Prozent-Pensum.

Das kirchliche Leben etwas in Schwung bringen: Das ist ein Ziel, das auch die Behörde mit neuen Ideen verfolgt, beispielsweise dem «Musig-Godi». In seinem Jahresbericht gibt Kirchenpräsident Roman Pretali einen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten in der Gemeinde und ruft die Gemeindemitglieder dazu auf, Feedback zu geben – selbst wenn dieses kritisch ausfallen sollte. Ob gemütlich, schwungvoll oder besinnlich: Bei den Gottesdiensten und Anlässen in der evangelischen Kirche Bürglen soll für alle etwas dabei sein.

Drei Baukredite

Die Versammlung findet am Donnerstag, 26. März, um 19.30 Uhr im Kirchgemeindehaus statt. Auf dem Programm stehen unter anderem die Rechnung 2025, das Budget und der Steuerfuss 2026 sowie drei Baukredite: Auf der Kirchenwiese sollen sechs Parkplätze entstehen, die Glocken sowie die Kirchenuhr müssen repariert und die Fassade saniert werden.

Stefan Böker