Freitag, 13. März 2026
Hohentannen. Am 1. Juni tritt Karin Karathanasis-Mettler aus Egnach die Nachfolge von Marianne Thürlemann als Hohentanner Gemeindeschreiberin an. Die 51-Jährige freut sich auf die vielseitige Aufgabe, die Arbeit in einem kleinen Team und den Kontakt mit der Bevölkerung.
Karin Karathanasis-Mettler wurde im Mai 1974 geboren. Sie wuchs in der Gemeinde Egnach auf, wo sie – nach einem zehnjährigen Intermezzo in St. Gallen – seit 2004 wieder wohnt. Sie ist verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Töchtern und eines 17-jährigen Sohns. Ihre Ausbildung besteht aus einer kaufmännischen Berufslehre, einer betriebswirtschaftlichen und aus diversen anderen Weiterbildungen (HRM2, Personalrecht). Berufliche Stationen waren unter anderem die Sozialversicherungsanstalt St. Gallen, Schulverwaltungen in Arbon und Niederbüren, das Hospiz St. Gallen und zuletzt die Stiftung Sonnenhalde in Münchwilen. Den Lebenslauf von Karin Karathanasis-Mettler vervollständigen ehrenamtliche Tätigkeiten in Form der Unterstützung älterer Menschen bei administrativen Angelegenheiten.
Frau Karathanasis-Mettler, weshalb haben Sie sich für diese Stelle in der Politischen Gemeinde Hohentannen beworben?
Karin Karathanasis-Mettler: Es ist eine verantwortungsvolle, überaus vielseitige Aufgabe, welche in einem kleinen Team innerhalb einer schlanken Organisation erfüllt werden kann. Ausserdem werde ich Gelegenheit haben, mit der Bevölkerung persönlich in Kontakt zu treten. Auch das schätze ich sehr.
Hohentannen gehört, was die Einwohnerzahl betrifft, zu den kleinsten Thurgauer Gemeinden. Hätten Sie sich auch in einer grösseren Gemeinde beworben?
Diese Frage stellt sich für mich gar nicht, da ich mich aufgrund des Inserats beziehungsweise des Stellenbeschriebs bewusst für Hohentannen entschieden habe.
Gemeindepräsident Hoffmann wird demnächst pensioniert. Sie werden also bald einen neuen Chef bekommen. Gibt es einen zeitlichen Horizont bezüglich Ihrer Tätigkeit in Hohentannen?
Nein, überhaupt nicht. Ich habe Lukas Hoffmann als sympathischen Gemeindepräsidenten kennengelernt und freue mich auf die Zusammenarbeit mit ihm und dem ganzen Team. Gerne bin ich bereit, für die nächsten Jahre die Erfolgsgeschichte von Hohentannen mitzugestalten.
Haben Sie eine derartige oder eine vergleichbare Tätigkeit schon einmal ausgeübt? Kennen Sie den «Betrieb» einer Gemeindeverwaltung?
Ich habe in zwei Schulgemeinden gearbeitet: in Arbon als Sachbearbeiterin und in Niederbüren als Leiterin der Verwaltung. Mit den politischen und organisatorischen Abläufen in einer öffentlichen Verwaltung bin ich daher bestens vertraut.
Haben Sie eine persönliche Beziehung zu Hohentannen? Wie gut kennen Sie die Gemeinde?
Eine persönliche Beziehung kann ich noch nicht geltend machen, was sich jetzt aber Schritt für Schritt ändern wird. Da ich im Thurgau aufgewachsen bin, kenne ich hingegen diesen Kanton mit seinen Besonderheiten und spezifischen Konstellationen sehr gut.
Trotzdem schon jetzt diese Frage: Angenommen, Sie müssten einer auswärtigen Person die Gemeinde Hohentannen vorstellen, wie fiele die Beschreibung aus?
Ich würde das Hochplateau, umgeben von Natur, zur Sprache bringen und nicht zuletzt die hier lebenden Menschen hervorheben, die es verstehen, selbstbestimmt und erfolgreich ihren Weg zu gehen.
Und was gefällt Ihnen selbst an Hohentannen?
Mir gefällt und imponiert die selbstbestimmte Art und Weise, wie Hohentannen seine Zukunft gestaltet. Hohentannen zeigt, dass es mit guter Organisation und einer punktuellen, regionalen Zusammenarbeit möglich ist, sich auch als kleine Gemeinde erfolgreich zu behaupten. Gemeinden wie Hohentannen sind eine Bereicherung für den Thurgau.
Vermissen Sie vielleicht auch etwas – zum Beispiel die Einkaufsmöglichkeiten?
Ich denke, heutzutage sind die meisten Leute sehr mobil. Das Einkaufen in regionalen Zentren ist inzwischen gang und gäbe. Was man nicht übersehen sollte: Selbst in grösseren Ortschaften kämpfen Läden ums Überleben.
Worauf werden Sie bei Ihrer Tätigkeit als Gemeindeschreiberin besonders Wert legen?
Wichtig sind mir ein zeitgemässer Kundenservice und eine qualitativ hochwertige, professionelle Arbeitsweise. Ich möchte mir für die Leute, welche die Gemeindekanzlei aufsuchen, Zeit nehmen, auf sie eingehen und ihr Anliegen im Rahmen des Möglichen berücksichtigen respektive umsetzen.
Haben Sie so etwas wie eine Lebensphilosophie?
Mein Motto lautet, auch wenn es manchmal harzt: Schritt für Schritt vorangehen und mit vereinten Kräften kommt man dem Ziel immer näher.
Wie würden Sie sich selbst charakterisieren?
Ich bin ein vielseitig interessierter, zuverlässiger und strukturiert handelnder Mensch. Zu meinen Stärken zähle ich die Fähigkeit, auch in anspruchsvollen Situationen den Überblick zu behalten. Gleichzeitig ist mir ein hohes Mass an Empathie eigen. Ich kann gut auf Menschen eingehen, was mir hilft, tragfähige Lösungen zu finden. Bestimmt habe ich auch Schwächen; wichtig ist, dass man lernt, damit umzugehen.
Sie treten in Hohentannen die Nachfolge einer Frau an. Messen Sie diesem Umstand eine Bedeutung bei?
Aus meiner Sicht ist es nicht relevant, ob eine Frau oder ein Mann eine bestimmte Funktion ausübt. Wichtiger ist, ob sich die Person gut in ein Team einfügen kann und ob sie fachlich qualifiziert ist und auch die menschliche Komponente passt.
Welche Rolle spielt Politik in Ihrem Leben? Diskutieren Sie zum Beispiel im Familienverbund über politische Fragen und Entwicklungen?
Bis jetzt habe ich kaum eine wichtige Abstimmung ausgelassen. Ich bin politisch wie auch wirtschaftlich sehr interessiert. Wir diskutieren in der Familie oft über aktuelle Geschehnisse und Entwicklungen.
Sie wohnen im Dorf Neukirch im Bezirk Arbon. Könnten Sie sich vorstellen, einmal in die Gemeinde Hohentannen umzuziehen?
Hohentannen ist eine schöne Gemeinde. Schön ist aber auch die Gemeinde Egnach und zudem nicht sehr weit von Hohentannen entfernt. Bei sonnigem Wetter werde ich die Distanz von 13 Kilometern mit dem Elektrobike zurücklegen, bei schlechtem mit dem Auto. Ich freue mich sehr auf meinen künftigen kurzen Arbeitsweg.
Wie verbringen Sie Ihre Freizeit am liebsten? Haben Sie Hobbys, welche Sie regelmässig ausüben?
Ich bin ein naturverbundener Familienmensch, wandere gerne und bin oft mit dem Velo unterwegs. Auch einen spannenden Kriminalroman gönne ich mir von Zeit zu Zeit.
Interview: Georg Stelzner
