Freitag, 5. Juni 2026

Sulgen. An der Schulgemeindeversammlung der VSG Region Sulgen standen die Rechnung 2025 sowie die Präsentation der neuen Vision «Gemeinsam unterwegs» im Zentrum. Zudem gab es zahlreiche Neuigkeiten aus dem Schulalltag und der Arbeit der Behörde.

An der Schulgemeindeversammlung vom vergangenen Montagabend im Auholzsaal genehmigten 63 Stimmberechtige (das entspricht 1,44 Prozent) die Rechnung 2025 sowie den Ausgleich des Aufwandüberschusses aus dem Eigenkapital einstimmig. Patrik Seiz stellte die grössten Abweichungen gegenüber dem Budget vor. Das prognostizierte Minus schrumpfte durch unerwartet hohe Steuereinahmen massiv (der Neue Anzeiger berichtete). «Sehr erfreulich», kommentierte der Finanzchef. Weitere Faktoren, die den Abschluss begünstigten, seien optimal ausgelastete Klassen gewesen sowie niedrigere Kosten für Weiterbildungen. «Weiterbildungen erfolgten neu intern, nicht mehr extern», erklärte Seiz.

Seine Ausführungen zur Investitionsrechnung von netto 4,6 Millionen Franken sowie zu den aufgenommenen Krediten gaben keinen Anlass zu Fragen. Schulpräsidentin Andrea Müller informierte über die neue Vision «Gemeinsam unterwegs». Die Behörde der Volksschulgemeinde Region Sulgen hat diese Vision zusammen mit den Schulleitungen entwickelt. An der Versammlung wurden erstmals Flyer mit ausführlichen Informationen über das Vorhaben verteilt. Im Zentrum steht das Beziehungsdreieck zwischen Kindern, Eltern und Schule. «Wir schaffen Lernwege, auf denen sich jedes Kind entfalten kann», fasste sie ein zentrales Ziel der Vision zusammen.

Murmelhaus schliesst

Im Folgenden blickte sie auf die Institution Murmelhaus zurück, welches mit dem Ende des laufenden Schuljahres schliesst. Das Angebot im Sulger Begegnungshaus unterstützt Kinder mit Förderbedarf in der deutschen Sprache vor dem Eintritt in den Kindergarten. «Ein Pilotprojekt», lobte Schulpräsidentin Müller, «Jahre bevor die vorschulische Sprachförderung obligatorisch wurde.» Sie dankte allen, die dieses Projekt aufgebaut und getragen haben. «Sprache ist essenziell für einen guten Start in der Schule.»

Neu dürfen auch Kinder ohne Förderbedarf zweimal pro Woche kostenlos an dieser Sprachförderung teilnehmen, die unter anderem in der Spielgruppe Sulgen sowie in Angeboten wie dem Rägäbogä und dem Zwucktreff in Kradolf durchgeführt wird (der Neue Anzeiger berichtete). Das soll Integration und Chancengleichheit fördern. «Unser Ziel ist eine gute Durchmischung der Sprachen und Geschlechter», erläuterte Marion Neukomm, die das Projekt von Seiten VSG Region Sulgen betreut. Zudem soll die Sprachförderung möglichst nahe am Wohnort stattfinden. Auch die Eltern werden miteinbezogen: Künftig gehören zwei Elternabende verpflichtend dazu, so Neukomm. Die Teilnahme wird auf einem «Elternpass» festgehalten; wer mehrere Veranstaltungen besucht, erhält Gutscheine, beispielsweise für die Bibliothek oder die Pfadi.

Spielgeräte ersetzen

Neuigkeiten aus dem Ressort Liegenschaften leitete Stefan Rieser weiter. Er zeigte Bilder von abgeschlossenen Arbeiten wie des neuen Pausenplatzes und des Eingangsbereichs am Befang sowie des neuen Parkplatzes, wies aber auch auf zukünftige Projekte hin. Auf dem Spielplatz in Schönenberg sollen Spielgeräte ausgetauscht und die Veloständer erneuert werden. Martin Edelmann präsentierte, was sich an der Schule in Sachen Sicherheit tut. «Heute sind alle Schulstandorte mit modernen Rauchwarnmeldern ausgestattet», sagte er. Die Ansprüche an Schulliegenschaften seien hoch. Das äussere sich unter anderem in regelmässigen Kontrollen durch den Kanton. Die Schule beschäftigt mittlerweile eine sogenannte «Kopas» (Kontaktperson für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz) in einem 20-Prozent-Pensum. Diese steht Schulleitungen, Behörden und Beschäftigten beratend zur Seite. «Die Schule hat zudem ein Sicherheitsleitbild entwickelt und eine Sicherheitskommission einberufen», sagte er.

Zur Schulraumentwicklung ergriff wieder die Schulpräsidentin das Wort. Mit dem Siegerprojekt für die Erweiterung des Schulhauses in Kradolf und die Sanierung des Mehrzwecksaals sei man sehr zufrieden. An der Gemeindeversammlung am 30. November werden die Stimmberechtigten über den Baukredit befinden können. Vorgängig findet am 9. November eine Informationsveranstaltung statt. Auch beim Schulhaus Oberdorf steht ­eine Erweiterung an. Am Dienstag, 25. August, findet um 20.15 Uhr im Singsaal des SH Oberdorf eine Informationsveranstaltung statt. Ein Planungskredit soll dann im 2027 spruchreif werden.

Ein weiterer wichtiger Termin ist derSonntag, 29. November, wenn die Ersatzwahl für den Sitz von Heinz Gfeller in der Schulbehörde stattfindet.

Stefan Böker