Freitag, 6. Februar 2026

Bürglen. An der Spitze der Feuer­wehr Bürglen gab es Ende des vergangenen Jahres einen Generationenwechsel. Neuer Kommandant ist Pascal Ullmann. Er übernahm das Amt von Roger Küng, der nach vielen Jahren im Dienst in die Feuerwehrpension tritt. Im Gespräch mit dem Neuen Anzeiger beleuchten die beiden erfahrenen Brandbekämpfer verschiedene Aspekte ihres besonderen «Hobbys».

Als Hobby bezeichnen sie ihre Tätigkeit mit einem Schmunzeln – wohl wissend, dass der Feuerwehrdienst weit mehr ist als das. Es hört sich fast schon nach einer Lebenseinstellung an, wenn Pascal Ullmann über seine Motivation spricht: «Unsere Gesellschaft funktioniert nur, wenn Menschen Verantwortung übernehmen.» Für den neuen Kommandanten war zudem wichtig, dass die Feuerwehr weiterhin aus den eigenen Reihen geführt wird. «Wir investieren alle viel Zeit und Leidenschaft. Vertrautheit ist entscheidend, denn den Menschen, mit denen man ins Feuer geht, muss man blind vertrauen können.»

Grossartige Kameradschaft

Pascal Ullmann zog vor rund 20 Jahren nach Bürglen und trat kurz darauf der Feuerwehr bei. Auch sein Vorgänger Roger Küng fand als junger Mann den Weg zur Truppe. Seit 34 Jahren ist er im Einsatz und schwärmt noch immer vom starken Zusammenhalt. «Die Kameradschaft bei uns ist grossartig», sagt der Altkommandant. Deshalb will er der Feuerwehr auch nach seiner aktiven Zeit verbunden bleiben, etwa über den Feuerwehrverein. «Dieser leistet hervorragende Arbeit und trägt viel zu unserer Verbundenheit bei.»

Der Wechsel an der Spitze wurde sorgfältig vorbereitet. «Wir haben im vergangenen Jahr vieles gemeinsam durchgespielt, und ich habe schrittweise Aufgaben übernommen», erzählt Pascal Ullmann. Roger Küng bezog ihn früh in Entscheide ein, die über seine Amtszeit hinausgingen. Unterstützt wurde der neue Kommandant zudem von Vizekommandant Marcel Germann und Fourierin Fabienne Püntener. Nun beginnt der Alltag im neuen Amt «learning by doing».

Auf die Frage, welchen Rat er seinem Nachfolger mitgebe, sagt Roger Küng: «Als Kommandant musst du manchmal Entscheidungen treffen, die nicht allen gefallen, die aber notwendig sind.» Pascal Ullmann teilt diese Einschätzung, betont aber seinen Führungsstil. «Ich sehe mich als Teil des Teams – ausser im Einsatz, wenn klare Befehle nötig sind.» Meinungen seien ausdrücklich erwünscht, Entscheidungen dürften auch gegen seine eigene Haltung fallen. Roger Küng zeigt sich überzeugt: «Du wirst auf dieselbe Unterstützung zählen können wie ich.»

Beruflich bringt Pascal Ullmann beste Voraussetzungen mit. Der Schreiner arbeitet als Projektleiter im Brandschutz und ist seit Jahren in der Personalführung tätig. Bei der Feuerwehr hat er sämtliche Stufen und Ausbildungen durchlaufen. Entsprechend klar sind seine Schwerpunkte: Ausbildung und Einsatzbereitschaft, die Zusammenarbeit mit Nachbarwehren und Partnerorganisationen sowie die Jugendförderung und die Nähe zur Bevölkerung. Zudem will er das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Truppe weiter stärken. «Die Freude am Einsatz ist zentral.» Seinen Vorgänger lobt Pascal Ullmann ausdrücklich. Die Übergabe sei geordnet erfolgt, die Feuerwehr hervorragend ausgerüstet. «In den nächsten Jahren wird es kaum grössere Anschaffungen brauchen – das schafft Freiraum für anderes.»

Künftige Herausforderungen

Trotz Optimismus bleibt der neue Kommandant realistisch. «Es wird anspruchsvoll bleiben, genügend Leute für den Feuerwehrdienst zu gewinnen», sagt er. Bürglen sei eine Wohngemeinde, viele arbeiteten auswärts. «Im Ernstfall müssen dennoch genügend Einsatzkräfte vor Ort sein.» Roger Küng ergänzt: «Auch die Bürokratie nimmt stetig zu, die Anforderungen werden höher.»

Zum Schluss richtet Pascal Ullmann dennoch einen positiven Blick nach vorne. «Die Feuerwehr ist ein sinnvolles Hobby, das Spass macht und fest im Dorfleben verankert ist», sagt er. Sein eigener Entscheid, nach der Rekrutenschule einzusteigen, habe sich für ihn bis heute gelohnt. Eine gut funktionierende Feuerwehr, davon ist er überzeugt, lasse sich letztlich einfach zusammenfassen: «Ganz einfach allzeit bereit zu sein.»

Stefan Böker