Freitag, 5. Dezember 2025

Erlen. Das Budget 2026 und die für das kommende Jahr geplanten Investitionen fanden an der Versammlung der Politischen Gemeinde Erlen einhellige Zustimmung. Die Sanierung der Götighoferstrasse kann somit in Angriff genommen werden.

Gemeindepräsident Thomas Bosshard beschönigt nichts und legt am 27. November an der Gemeindeversammlung die Karten auf den Tisch. Der Inhalt seiner Botschaft: Reduziert sich der Bilanzüberschuss in den nächsten Jahren den Prognosen entsprechend weiter, so wird man über eine Anhebung der Steuern reden müssen. Noch ist es aber nicht so weit, noch kann der Gemeinderat für das Jahr 2026 ein Budget vorlegen, das auf einem unveränderten Steuerfuss basiert und mit einem verkraftbaren Aufwandüberschuss von 225 295 Franken rechnet. Gemäss Finanzplan ist eine Erhöhung des Steuerfusses frühestens 2028 ein Thema.

Bosshard erklärt, dass schon für das Jahr 2025 eine Steuerfusserhöhung ins Auge gefasst worden sei, man aufgrund der positiven Abschlüsse in jüngster Vergangenheit jedoch davon abgesehen habe. «Wir schieben dies vor uns her, bis wir müssen», sagt der Gemeindepräsident.

Die grösste Ungewissheit ortet er bei den Kosten für die Soziale Sicherheit, bei den Steuern der juristischen Personen und bei den Grundstückgewinnsteuern. Bosshard kann aber auch von erfreulichen Zahlen berichten: Bei den Steuern früherer Jahre liege man aktuell eine halbe Millionen Franken über den geplanten Einnahmen, womit der Abschluss 2025 voraussichtlich positiver als budgetiert ausfallen werde. «Dies ist aber mit Vorsicht zu geniessen», warnt der Gemeindepräsident.

Die für das kommende Jahr geplanten Nettoinvestitionen belaufen sich auf 2,117 Millionen Franken. Der Löwenanteil, nämlich 1,4 Millionen Franken, entfällt auf die Götighoferstrasse in Riedt, die einen neuen Belag und ein Trottoir erhalten soll. Heuer wurden laut Bosshard bereits diverse Werkleitungen und Leerrohre verlegt und aufgrund der Photovoltaik-Anlagen sei eine Netzverstärkung nötig geworden. In diesen Tagen wird die Götighoferstrasse für den Winter hergerichtet, sie soll noch vor Weihnachten für den Verkehr wieder offen sein. In der Investitionsrechnung scheint auch ein spezielles Vorhaben auf: Als Zeichen einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im AachThurLand und mit dem Ziel, Synergien zu nutzen, wollen Erlen, Kradolf-Schönenberg und Sulgen eine Strassenwischmaschine für die gemeinsame Nutzung anschaffen. Da das Fahrzeug rund 200 000 Franken kostet, haben alle drei politischen Gemeinden in ihrem Budget für das kommende Jahr dafür je 70 000 Franken eingesetzt.

Umzug in die Lista

Der Gemeindepräsident nutzt die Gelegenheit auch für ein kurzes Update zum Projekt «Sanierung und Umbau des Gemeindehauses». Momentan werde an den Detailplanungen gearbeitet, erklärt Bosshard und wirft einen Blick in die Zukunft: «Da wir während den Bauarbeiten nicht im Gemeindehaus sein können, ziehen wir – wenn alles so läuft wie geplant – in die Lista um.» Die Gemeinde hat nach den Worten Bosshards die dritte Etage im Ostturm der Firma für ihre Zwecke reservieren können. Genehmigt das Stimmvolk an der Gemeindeversammlung im Mai 2026 den Baukredit, können die einjährigen Arbeiten am Gebäude im darauffolgenden Sommer in Angriff genommen werden.

Das Budget 2026, die Investitionsrechnung, der gleichbleibende Steuerfuss von 52 Prozent und die unveränderte Feuerwehr-Ersatzabgabe von 12 Prozent der einfachen Steuer zu 100 Prozent werden von den 91 anwesenden Stimmberechtigten (4,1 Prozent) diskussionslos und einstimmig genehmigt. Dasselbe geschieht mit den vier Budgets der Technischen Betriebe, nämlich «Wasser» (Gewinn budgetiert), «Abwasser» (Verlust budgetiert), «Abfall» (Gewinn budgetiert) und «Elektrizität» (Gewinn budgetiert).

Mit deutlicher Mehrheit werden auch die Einbürgerungsgesuche von drei jungen Frauen – alle sind nordmazedonische Staatsangehörige mit Wohnsitz in Erlen – gutgeheissen. Die Politische Gemeinde hat damit drei weibliche Stimmberechtigte mehr, während der Gemeinderat, wie Thomas Bosshard zu Beginn der Gemeindeversammlung festgestellte, derzeit «ein reines Männergremium» ist.

Georg Stelzner