Freitag, 5. Dezember 2025

Bürglen. An der Gemeindeversammlung am Montagabend gab Gemeindepräsident Kilian Germann bekannt, nach der laufenden Legislatur sein Mandat nicht zu verlängern.

Gemeindepräsident Kilian Germann stellte einleitend zur jüngsten Botschaft fest: «Die Gemeindeversammlung als ein zentrales Element der direkten Demokratie ist mehr als eine formelle Veranstaltung, sondern das Herzstück der lokalen Demokratie.» Er begrüsste am Montagabend 74 der insgesamt 2310 Stimmberechtigten in der Mehrzweckhalle und sorgte für einen speditiven Ablauf der traktandierten Geschäfte. Neben dem Budget 2026 bildete ein Kreditantrag in der Gesamthöhe von 1,53 Millionen Franken für die Sanierung der Ringstras­se das Hauptgeschäft des Abends. Diesen präsentierte Gemeinderat Peter Egger.

115 Jahre alte Leitung

Er informierte darüber, dass der Gemeinderat beabsichtigt, die Hauptwasserleitung aus dem Jahr 1910, welche ihre Lebensdauer bereits länger überschritten hat, auf einer Länge von 310 Metern, und wo notwendig auch die Hausanschlüsse, zu sanieren. Gleichzeitig schlug der Gemeinderat vor, auch die notwendige Sanierung der Abwasserleitung zu realisieren. Hier zeigen die Berechnungen gemäss der generellen Entwässerungsplanung diverse Engpässe und Überlastungen in verschiedenen Abschnitten auf. Deshalb plant man, die Mischwasserkanalisation auf einer Länge von 300 Metern zu sanieren und zu vergrössern. Nach dem erfolgten Werkleitungsbau ist geplant, die Strasse auf einer Länge von 275 Metern im Vollausbau zu sanieren.

Für die gesamte Sanierung beantragte der Gemeinderat den erwähnten Kredit, der sich wie folgt zusammensetzt: 570 000 Franken zulasten der Investitionsrechnung, 185 000 Franken zulasten der Wasserversorgung und 780 000 Franken zulasten der Abwasserversorgung. Einstimmig und diskussionslos genehmigte der Souverän den beantragten Kredit.

Keine Diskussion

Einstimmig und ohne Wortbegehren folgten die Stimmberechtigten dem Antrag des Gemeinderats, den Steuerfuss bei 52 Prozent zu belassen und das nahezu ausgeglichene Budget 2026 zu genehmigen. Dieses rechnet bei Ausgaben von rund 10,85 Millionen und Einnahmen von rund 10,63 Millionen mit einem Ertragsüberschuss von 226 771 Franken. Mit Blick auf den dem Gemeinderat als Planungsinstrument dienenden Finanzplan, teilte der Gemeindepräsident mit, dass es für die kommenden Jahre noch gut aussehen wird für Bürglen.

«Allerdings wird das Aufheben des Asylstatus S vermehrte Leistungen seitens der Gemeinde erfordern und auch die Abschaffung der Liegenschaftssteuer wird sich auswirken», teilte Germann mit. Doch er zeigte sich überzeugt davon: «Mit unserem guten Eigenkapital werden wir ein allfälliges Minus im Jahr 2029 verkraften können.»

Kein Postauto für Moos

Ferner gab er bekannt, dass sich der Gemeinderat aus verschiedenen Gründen entschieden hat, die Projektstudie Kanalstrasse nicht mehr weiter zu verfolgen. Somit wird die damit zusammenhängende Beeinträchtigung beim Bahnübergang bleiben. Mit Blick auf die Erschliessung von Moos an den öffentlichen Verkehr haben die Verantwortlichen dem Gemeinderat mitgeteilt, dass keine Möglichkeit bestehe, Moos in den Fahrplan des Postautos aufzunehmen. Aufgeführt werden als Gründe die kleine Zahl von 250 Nutzern und die Nähe zum Bahnhof Bürglen.

Erfreuliches berichten konnte Gemeinderätin Nicole Kläger von der 2021 gegründeten Kita Biberbau: «Die Kinder fühlen sich wohl und das Angebot wird geschätzt im Dorf.» Unterschiedliche Meinungen gibt es punkto Ernährung und fördern will man die Zusammenarbeit von Politischer Gemeinde, Schule und Kita. Zum Schluss der Versammlung verabschiedete Gemeinderat Christian Peng den scheidenden Feuerwehrkommandanten Roger Küng, der nach neunjähriger Tätigkeit altershalber zurücktritt und den grossen Applaus des Publikums und den Dank des Gemeinderats entgegennehmen durfte. Das letzte Wort hatte Gemeindepräsident Germann: «Ich werde nach Ablauf der Legislatur im Mai 2027 von meinem Amt zurücktreten», gab er bekannt. Germann wurde 2019 gewählt.

Werner Lenzin